Im vor­lie­gen­den Ent­scheid hat­te das BGer die Kosten- und Ent­schä­di­gungs­fol­gen im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren gegen Arre­steinspra­che­ent­schei­de zu beur­tei­len. Das OGer als Vor­in­stanz hat­te fest­ge­hal­ten, dass für die
Gerichts­ge­büh­ren in den gericht­li­chen Sum­mar­sa­chen des SchKG seit Inkraft­tre­ten der ZPO nicht mehr GebV SchKG 48 ff.,
son­dern der kan­to­na­le Tarif mass­ge­bend sei:

Das Ober­ge­richt (vgl. BlSchK 2011 S. 69 f.) erach­tet die GebV SchKG für
die Spruch­ge­bühr des Arrest­ge­richts als nicht mehr ver­bind­lich
, denn sie
ste­he in Wider­spruch zur ZPO bzw. zum über­ge­ord­ne­ten Recht. Die
gericht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten des SchKG sei­en von der ZPO gere­gelt, nach
wel­cher die Kan­to­ne die Tari­fe bestim­men.

Das BGer wider­spricht:

4.2.4 Nach dem Dar­ge­leg­ten ist mit dem Vor­rang des eid­ge­nös­si­schen vor dem kan­to­na­len Recht nicht ver­ein­bar (Art. 49 Abs. 1 BV […]), wenn das Ober­ge­richt die zweit­in­stanz­li­che
Gerichts­ge­bühr in Anwen­dung des kan­to­na­len Rechts auf Fr. 16’500
fest­ge­setzt hat. Nach dem mass­ge­ben­den Bun­des­recht bzw. Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG
kann das Ober­ge­richt in einer Arrest­sa­che eine Gerichts­ge­bühr erhe­ben,
die höch­stens das Andert­halb­fa­che der von für die Erst­in­stanz zuläs­si­gen
Gebühr beträgt, d.h. selbst bei Streit­wer­ten über Fr. 1 Mio. höch­stens
Fr. 180 bis 3’000. In die­sem Punkt ist die Beschwer­de in
Zivil­sa­chen begrün­det, und das Ober­ge­richt hat über die Gerichts­ge­bühr
in Aus­übung sei­nes Ermes­sens neu zu ent­schei­den.
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.