Der Bun­des­rat hat die Bot­schaft und den Ent­wurf für die geplan­te Total­re­vi­si­on des BÜPF vor­ge­legt. Der Bot­schaft zufol­ge wird mit der Revi­si­on die Anpas­sung des Rechts an die Tech­nik beab­sich­tigt:

Mit der vor­lie­gen­den Total­re­vi­si­on des Bun­des­ge­set­zes betref­fend die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs (BÜPF) soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die not­wen­di­gen Über­wa­chun­gen des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs weder heu­te noch in den kom­men­den Jah­ren durch die Ver­wen­dung neu­er Tech­no­lo­gi­en (wie etwa ver­schlüs­sel­ter Inter­net­te­le­fo­nie) ver­hin­dert wer­den kön­nen. Das Ziel besteht dar­in, nicht mehr, son­dern bes­ser über­wa­chen zu kön­nen. Das BÜPF und die Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) wer­den des­halb an die tech­ni­sche Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re und, im Rah­men des Mög­li­che n, an die künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen in die­sem Bereich ange­passt.

Dafür sind — wie­der­um gemäss der Bot­schaft — fol­gen­de Ände­run­gen geplant:

  • Die Auf­ga­ben des Dien­stes für die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs wer­den geklärt und erwei­tert.
  • Der per­sön­li­che Gel­tungs­be­reich wird erheb­lich aus­ge­dehnt. Es gibt ver­schie­de­ne Kate­go­ri­en von Mit­wir­kungs­pflich­ti­gen.
  • Der Umfang der Mit­wir­kungs­pflicht wird für jede Kate­go­rie ent­spre­chend der spe­zi­fi­schen Tätig­keit abge­stuft defi­niert.
  • Die Daten aus Über­wa­chun­gen wer­den zen­tral auf­be­wahrt, und der Zugang zu die­sen Daten, die Ein­sicht­nah­me und die Auf­be­wah­rungs­dau­er wer­den gere­gelt.
  • Die Auf­be­wah­rungs­pflicht für Rand­da­ten wird von sechs auf zwölf Mona­te aus­ge­dehnt.
  • Es wird eine kla­re gesetz­li­che Grund­la­ge für den Ein­satz von beson­de­ren tech­ni­schen Über­wa­chungs­ge­rä­ten (wie z.B. IMSI-Cat­cher) und beson­de­ren Infor­ma­tik­pro­gram­men («Gov­Wa­re») geschaf­fen.
  • Die Rege­lung zum Schutz des Berufs­ge­heim­nis­ses wird ange­passt.
  • Wie es schon bis­her der Fall ist, kann eine Über­wa­chung ange­ord­net wer­den, um ausser­halb von Straf­ver­fah­ren­ei­ne ver­miss­te Per­son auf­zu­fin­den.
  • Fer­ner ist es neu mög­lich, nach einer Per­son zu fahn­den, gegen die eine Frei­heits­stra­fe oder eine frei­heits­ent­zie­hen­de Mass­nah­me ver­hängt wur­de.
  • Es wer­den spe­zi­fi­sche Straf­be­stim­mun­gen sowie eine Bestim­mung bezüg­lich der admi­ni­stra­ti­ven Auf­sicht ein­ge­führt.
  • Die Rechts­mit­tel gegen die Ver­fü­gun­gen des Dien­stes und die zuläs­si­gen Rügen sind neu im Gesetz gere­gelt.  
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.