Die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion (WEKO) hat eine Unter­suchung gegen Swiss­com AG und CT Cine­trade AG eröffnet. Das Sekre­tari­at der WEKO habe Anhalt­spunk­te dafür gefun­den, dass Swiss­com und Cine­trade bzw. die Tochterge­sellschaft von Cine­trade, Tele­club AG, im Bere­ich der Live-Über­tra­gung von Sportver­anstal­tun­gen über eine mark­t­be­herrschende Stel­lung ver­fü­gen und diese miss­brauchen.

Cine­trade bzw. Tele­club ver­bre­it­et seine Pro­gramm­sig­nale gemäss eige­nen Angaben von Tele­club über alle Kabel­net­ze sowie über Swiss­com TV, das IPTV-Ange­bot von Swiss­com. Nach eige­nen Angaben von Cine­trade hält Swiss­com seit 2005 mit Blick auf das wach­sende IPTV-Geschäft eine strate­gis­che Beteili­gung von 49% an Cine­trade.

Hin­ter­grund der Unter­suchung der WEKO sind langfristige und umfassende Exk­lu­sivrechte von Cine­trade
für die Live-Über­tra­gung von Sportereignis­sen im Schweiz­er Pay-TV (ver­gle­iche dazu etwa die Pressemit­teilung von
Cine­trade vom 15. Juli 2011). Laut WEKO kön­nen diese Exk­lu­sivrechte “eine
mark­t­be­herrschende Stel­lung begrün­den, die möglicher­weise zu Gun­sten von Swiss­com miss­braucht wer­den kann”. Die mit Swiss­com konkur­ri­eren­den TV-Plat­tfor­man­bi­eter kön­nten dadurch im Wet­tbe­werb behin­dert
wer­den.

Die Unter­suchung bezieht sich gemäss Medi­en­mit­teilung nun auf das Fol­gende:

  • Im Vorder­grund ste­he die Frage, ob Cine­trade Konkur­renten von Swiss­com TV bes­timmte Ange­bote ohne sach­lichen Grund ver­weigert.
  • Zudem soll die Unter­suchung zeigen, ob Cine­trade gewisse Anbi­eter und End­kun­den diskri­m­iniert, indem das Ange­bot von Tele­club über Swiss­com TV gün­stiger bezo­gen wer­den kann als über andere TV-Plat­tfor­men, obschon das Ange­bot von Swiss­com TV im Bere­ich der Sportüber­tra­gun­gen bre­it­er ist.
  • Schliesslich sei zu klären, ob eine unzuläs­sige Kop­pelung (siehe Art. 7 Abs. 2 lit. f KG) vor­liegt, wenn End­kun­den die
    Sportkanäle von Tele­club nur zusam­men mit einem Basis­paket erwer­ben
    kön­nen.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Medi­en­mit­teilung vom 4. April 2013 (HTML), Bericht der NZZ (HTML)

 

Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.