Das BGer fasst im vor­lie­gen­den Urteil die Anfor­de­run­gen an eine Ver­trags­kün­di­gung (hier: eines Arbeits­ver­trags) zusam­men:

Die Kün­di­gung ist ein Gestal­tungs­recht, das durch ein
ein­sei­ti­ges Rechts­ge­schäft aus­ge­übt wird. Weil mit der Kün­di­gung das
Rechts­ver­hält­nis ein­sei­tig umge­stal­tet wird, ist sie grund­sätz­lich
bedin­gungs­feind­lich und unwi­der­ruf­lich (BGE 128 III 129 E. 2a mit Hin­wei­sen; vgl. auch BGE 135 III 441 E. 3.3 S. 444; 133 III 360
E. 8.1.1 S. 364). Für die Gegen­par­tei muss auf­grund der Kün­di­gung
fest­ste­hen, ob das Ver­trags­ver­hält­nis been­det wer­den soll. Sie hat einen
Anspruch dar­auf, wäh­rend der gan­zen Kün­di­gungs­frist ohne Ein­schrän­kung
zu wis­sen, dass das Ver­trags­ver­hält­nis been­det wird. Ein Schwe­be­zu­stand
ist ihr nicht zumut­bar (vgl. BGE 128 III 129
E. 2b). Im Zeit­punkt des Emp­fangs der Erklä­rung muss der Emp­fän­ger nach
dem Ver­trau­ens­prin­zip erken­nen kön­nen, dass der Erklä­ren­de den Ver­trag
mit­tels der Erklä­rung (ex nunc) auf­he­ben will (Urteil 4C.308/2004 vom
10. Novem­ber 2004 E. 3.2).

Im vor­lie­gen­den Urteil hat­te die Adres­sa­tin einer Kün­di­gung mit diver­sen Argu­men­ten, aber erfolg­los, ver­sucht, das Vor­lie­gen einer wirk­sa­men Kün­di­gung anzu­grei­fen. Streit­ge­gen­stand war fer­ner die Berech­nung der Ent­schä­di­gung nach OR 337c (unge­recht­fer­tig­te frist­lo­se Ent­las­sung).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.