Im Ent­scheid 4A_624/2012 (frz.) hat­te das Bun­des­ge­richt die Fra­ge zu beur­tei­len, ob eine Bank ihre Auf­klä­rungs­pflicht im Zusam­men­hang mit dem Ver­trieb von Leh­man-Pro­duk­ten ver­letzt hat­te.

Die kla­gen­de Bank­kun­din hat­te gel­tend gemacht, sie sei davon aus­ge­gan­gen, dass Pro­dukt sei zu 100% durch die ver­trei­ben­de Bank gesi­chert.

Das Bun­des­ge­richt äusser­te sich zu den Pflich­ten einer Bank im Rah­men eines Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trags (E. 2.1), ver­nein­te jedoch eine Ver­let­zung der Infor­ma­ti­ons­pflich­ten im kon­kre­ten Fall (E. 2.3.2 u. 2.4). Das Bun­des­ge­richt stütz­te sich dabei mass­ge­bend auf den Unter­su­chungs­be­richt der FINMA in Sachen Mad­off und Leh­man vom 2. März 2010 und die dar­in ent­hal­te­ne Fest­stel­lung, die Leh­man-Grup­pe habe im Markt einen guten Ruf genos­sen und die Insol­venz der Leh­man-Grup­pe sei von vie­len Markt­teil­neh­mern für prak­tisch unmög­lich gehal­ten wor­den (E. 2.2.2).

Zum Fall Leh­man Bro­thers vgl. auch die Ent­schei­de 4A_383/2011 und 4A_525/2011

Claudio Kerber

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RA lic.iur. Claudio Kerber arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei der Kanzlei Werder Viganò AG. Er ist Ko-Autor von Lehrwerken zum Wertpapierrecht (2005) und Finanzmarktrecht (2015).