Das BGer muss­te erst­mals ent­schei­den, wann auf dem Gebiet der inter­na­tio­na­len Amts­hil­fe in Steu­er­sa­chen gemäss BGG der Wei­ter­zug an das BGer mög­lich ist.

Die NZZ fasst den zur Ver­öf­fent­li­chung in der amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­he­nen Ent­scheid wie folgt zusam­men (Her­vor­he­bun­gen ein­ge­fügt):

Seit dem 1. Febru­ar die­ses Jah­res kön­nen Strei­tig­kei­ten aus dem Gebiet der inter­na­tio­na­len Amts­hil­fe in Steu­er­sa­chen, die bis dahin vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt abschlie­ssend beur­teilt wur­den, unter gewis­sen Vor­aus­set­zun­gen ans Bun­des­ge­richt wei­ter­ge­zo­gen wer­den. In einem neu­en Leit­ent­scheid legt die II. Öffent­lich­recht­li­che Abtei­lung dar, wie sie die gesetz­li­chen Aus­nah­me­re­geln zu hand­ha­ben gedenkt. 

Das Bun­des­ge­richts­ge­setz öff­net den Beschwer­de­weg nach Lau­sanne, «wenn sich eine Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung stellt oder wenn es sich aus ande­ren Grün­den um einen beson­ders bedeu­ten­den Fall» han­delt (Art. 84a). Ein beson­ders bedeut­sa­mer Fall «liegt ins­be­son­de­re vor, wenn Grün­de für die Annah­me bestehen, dass ele­men­ta­re Ver­fah­rens­grund­sät­ze ver­letzt wor­den sind oder das Ver­fah­ren im Aus­land schwe­re Män­gel auf­weist» (Art. 84 Abs. 2). 

Laut dem ein­stim­mig ergan­ge­nen Ver­dikt des Bun­des­ge­richts liegt eine Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung vor, wenn die Ant­wort für die Pra­xis weg­lei­tend ist, etwa weil von unte­ren Instan­zen vie­le gleich­ar­ti­ge Fäl­le zu beur­tei­len sind. Das­sel­be gilt, «wenn es sich um eine erst­mals zu beur­tei­len­de Fra­ge han­delt, die einer Klä­rung durch das Bun­des­ge­richt bedarf» (BGE 136 IV 20 E. 1.2.). 

Aller­dings kann auch eine vom höch­sten Gericht bereits beur­teil­te Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sein, wenn sich eine erneu­te Über­prü­fung auf­drängt. Dies ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn die frag­li­che Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts in der Rechts­leh­re auf erheb­li­che Kri­tik stösst. Schliess­lich kann der Rechts­weg nach Lau­sanne offen­ste­hen, «wenn sich auf­grund der inter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen Fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung stel­len».

Anzu­mer­ken bleibt, dass es nicht genügt, in der Beschwer­de eine Rei­he von Fra­gen ein­fach auf­zu­li­sten, die von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sein sol­len. Viel­mehr muss der Beschwer­de­füh­rer klar begrün­den, wes­halb es sich um Fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung oder um einen beson­ders bedeut­sa­men Fall han­delt.

Michael Fischer

Posted by Michael Fischer