Das BGer hat im vor­lie­gen­den Urteil zunächst fest­ge­hal­ten, ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se bestehe bei einer zivil­recht­li­chen Kla­ge gegen einen Wil­lens­voll­strecker betr. über­höh­tes Hono­rar nicht schon des­halb, weil ein sol­ches Urteil auch für Straf- oder Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren benö­tigt wer­de:

Wie die Beschwer­de­füh­re­rin­nen ein­räu­men, soll das ange­streb­te Fest­stel­lungs­ur­teil in erster Linie dazu die­nen, den Boden für erneu­te Straf- oder Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gegen den Beschwer­de­geg­ner zu ebnen, in denen die Fest­stel­lung der Höhe des ange­mes­se­nen Hono­rars die tat­säch­li­che Grund­la­ge für die straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lung bzw. die dis­zi­pli­na­ri­sche Sank­tio­nie­rung abge­ben soll. Zweck des Begeh­rens ist somit nicht die Fest­stel­lung eines Rechts­ver­hält­nis­ses, son­dern einer Tat­sa­che, die in einem ande­ren Ver­fah­ren ent­schei­der­heb­lich ist. Dafür ist die Fest­stel­lungs­kla­ge nicht gege­ben.

In der Sache war die Kla­ge abzu­wei­sen, weil nur ein­zel­ne Erben – und nicht alle gemein­sam – geklagt hat­ten:

Auch der von den Beschwer­de­füh­re­rin­nen ein­ge­klag­te Anspruch auf Rück­erstat­tung des bezo­ge­nen Wil­lens­voll­strecker­ho­no­rars steht des­halb den Erben zur gesam­ten Hand zu. Denn als Nach­las­spa­ssi­vum hat das Hono­rar des Beschwer­de­geg­ners zwangs­läu­fig die Berech­nung der Erb­tei­le und den Voll­zug der Erb­tei­lung beein­flusst, die gül­tig auch nur zustan­de kom­men konn­te, weil alle Erben die Hono­rar­for­de­rung sei­ner­zeit aner­kannt hat­ten und mit der dadurch beding­ten Ver­min­de­rung des zu tei­len­den Nach­las­ses ein­ver­stan­den waren. Die Rück­for­de­rung eines Teils die­ses Hono­rars wirkt sich wie­der­um auf die Erb­tei­le aller Erben aus und muss auch von allen Erben gemein­sam gel­tend gemacht wer­den (so auch das vom Bun­des­ge­richt bestä­tig­te, in die­ser Fra­ge aller­dings nicht ange­foch­te­ne zutref­fen­de Urteil des Zür­cher Ober­ge­richts vom 6. Mai 1975 E. 2, in: SJZ 72/1976 S. 262 und ZR 75/1976 Nr. 14 S. 31).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.