Der Bun­des­rat hat kürz­lich einen Geset­zes­ent­wurf zur Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gno­stik (PID) und die zuge­hö­ri­ge Bot­schaft ans Par­la­ment über­wie­sen.

Danach sol­len Paa­re, die von einer schwe­ren Erb­krank­heit betrof­fen sind und sich für eine In-vitro-Befruch­tung ent­schei­den, künf­tig die PID nut­zen dür­fen. Beim PID-Ver­fah­ren dür­fen dann neu nicht mehr nur drei, son­dern maxi­mal acht Embryo­nen in vitro ent­wickelt wer­den (Ach­ter-Regel). Zudem soll es nach der Geset­zes­än­de­rung erlaubt sein, Embryo­nen zu Fort­pflan­zungs­zwecken auf­zu­be­wah­ren.

Alle wei­te­ren PID-Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten (z.B. Nut­zung durch nicht erb­lich vor­be­la­ste­te Paa­re, Unter­su­chung auf spon­tan auf­tre­ten­de Krank­hei­ten wie Tri­so­mie 21 oder Aus­wahl eines sog. “Ret­ter-Babys” zur Gewe­be­s­pen­de für kran­ke Geschwi­ster) blei­ben wei­ter­hin ver­bo­ten.

Die Neu­re­ge­lung der PID bedingt eine Ände­rung von Art. 119 BV (Fort­pflan­zungs­me­di­zin und Gen­tech­no­lo­gie im Human­be­reich). Folgt das Par­la­ment dem Geset­zes­vor­schlag des Bun­des­rats, müs­sen noch Volk und Stän­de der Revi­si­on zustim­men, bevor sie in Kraft tre­ten kann.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.