Im Ent­scheid kam das BGer zum Schluss, dass die Dienst­lei­stun­gen eines in den USA ein­ge­tra­ge­nen Anbie­ters von Online Dating-Dienst­lei­stun­gen als in der Schweiz erbracht gel­ten, soweit sie an in der Schweiz ansäs­si­ge Per­so­nen erbracht wür­den.

Das BGer setz­te sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der, ob die Dienst­lei­stun­gen als “unmit­tel­bar gegen­über phy­sisch anwe­sen­den natür­li­chen Per­so­nen (MWSTGII lit. a) gel­ten könn­ten (E. 6.3 f.) und damit das Erbrin­ger­orts­prin­zip Anwen­dung fin­den wür­de. Das wur­de ver­neint, die frag­li­chen Dienst­lei­stun­gen wür­den aus­schliess­lich via Inter­net ver­trie­ben, es bedür­fe kei­ner Begeg­nung zwi­schen dem Anbie­ter und dem Lei­stungs­emp­fän­ger. In dem Zusam­men­hang hielt das BGer auch fest, dass es für die Anwend­bar­keit von MWSTGII lit. a nicht auf den Inhalt einer Dienst­lei­stung, son­der auf die übli­che Art ihrer Erbrin­gung ankom­me (E. 6.3.3).

In aus­führ­li­cher Ana­ly­se (E. 7.2 ff.) kam das BGer wei­ter zum Schluss, dass sich die von der Beschwer­de­füh­re­rin ange­bo­te­nen Dienst­lei­stun­gen als Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- bzw. elek­tro­ni­sche Dienst­lei­stun­gen qual­fi­zier­ten. Damit betrei­be die Beschwer­de­füh­re­rin “ein Unter­neh­men mit Sitz im Aus­land, das im Inland Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- uoder elek­tro­ni­sche Dienst­lei­stun­gen an nicht steu­er­pflich­ti­ge Emp­fän­ger erbringt” (MWSTG 10 II lit. b). Eine Befrei­ung von der Steu­er­pflicht kam damit nicht in Fra­ge.

Michael Fischer

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