Gemäss amt­li­cher Mel­dung haben die Schweiz und Frank­reich das neue Erb­schafts­steu­er­ab­kom­men unter­zeich­net und zudem einen “Finanz­dia­log über offe­ne bila­te­ra­le Finanz- und Steu­er­fra­gen” gestar­tet.

Der Finanz­dia­log soll geführt wer­den von einer gemein­sa­men Arbeits­grup­pe, die im Sep­tem­ber ihre Arbeit auf­neh­men soll. Dabei geht es ins­be­son­de­re um die Amts­hil­fe in Steu­er­sa­chen, die Regu­la­ri­sie­rung unver­steu­er­ter Ver­mö­gens­wer­te aus der Ver­gan­gen­heit, die Pau­schal­be­steue­rung und die Anwen­dung der Regeln zum Flug­ha­fen Basel-Mül­hau­sen.
Die Unter­zeich­nung des neu­en Erb­schafts­steu­er­ab­kom­mens zwi­schen der Schweiz und Frank­reich bil­det den ersten kon­kre­ten Schritt in die­sem Dia­log.

Das neue Abkom­men muss vor dem Inkraft­tre­ten durch die Par­la­men­te bei­der Län­der geneh­migt wer­den.

Zu den wich­tig­sten Neue­run­gen gehört, dass Frank­reich auf sei­nem Gebiet wohn­haf­te Erben und Ver­mächt­nis­neh­mer besteu­ern kann, eine in der Schweiz bezahl­te Erb­schafts­steu­er aber anrech­net. Ausser­dem führt das Abkom­men Steu­er­trans­pa­renz für Immo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten ein: indi­rekt gehal­te­ne Immo­bi­li­en sind künf­tig am Ort der gele­ge­nen Sache steu­er­bar.

Gegen­über dem Abkom­mens­ent­wurf vom Juli 2012 konn­te ein gün­sti­ge­re Rege­lung in den drei fol­gen­den Punk­ten erzielt wer­den:

  • Erben und Ver­mächt­nis­neh­mer eines Erb­las­sers mit Wohn­sitz in der Schweiz müs­sen min­de­stens acht der zehn Jah­re vor dem Emp­fang in Frank­reich wohn­haft gewe­sen sein, damit Frank­reich sein Besteue­rungs­recht aus­üben kann
  • Immo­bi­li­en, die indi­rekt über eine Gesell­schaft gehal­ten wer­den, wer­den am Ort der gele­ge­nen Sache besteu­ert (Trans­pa­renz der Gesell­schaft). Wenn der Erb­las­ser bzw. des­sen Fami­lie die Gesell­schaft min­de­stens zur Hälf­te besitzt, gilt die­se Trans­pa­renz nur wenn der Wert der Immo­bi­li­en mehr als einen Drit­tel der gesam­ten Akti­ven die­ser Gesell­schaft aus­macht
  • Das Abkom­men tritt in Kraft, nach­dem es vom Par­la­ment geneh­migt wor­den und die Frist für das fakul­ta­ti­ve Refe­ren­dum abge­lau­fen ist (ursprüng­lich war die Anwen­dung des neu­en Abkom­mens ab 1.Januar 2014 vor­ge­se­hen).
Michael Fischer

Posted by Michael Fischer