Amt­li­che Mit­tei­lun­gen der ver­gan­ge­nen Woche

1. Steu­er­streit mit den USA: Eck­wer­te des Bun­des­ra­tes für Koope­ra­ti­on

Der Bun­des­rat hat die­se Woche im Rah­men des gel­ten­den Rechts die Eck­wer­te für die Koope­ra­ti­on der Schwei­zer Ban­ken mit den US-Behör­den fest­ge­legt.

Auf der Basis die­ser Eck­wer­te haben die Ban­ken die Mög­lich­keit, eine Ein­zel­be­wil­li­gung gestützt auf Arti­kel 271 Straf­ge­setz­buch zu bean­tra­gen. Den Per­sön­lich­keits­rech­ten poten­ti­ell betrof­fe­ner Mit­ar­bei­ten­den sowie betrof­fe­ner Drit­ter sind durch Infor­ma­ti­ons­pflich­ten und Aus­kunfts­rech­te Rech­nung zu tra­gen. Für die gegen­wär­ti­gen und ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ten­den sind zudem wei­ter­ge­hen­de Für­sor­ge­pflich­ten und ein ange­mes­se­ner Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz als Bewil­li­gungs­auf­la­ge vor­ge­se­hen. Als betrof­fe­ne Drit­te gel­ten auch die in den soge­nann­ten Lea­ver-Listen auf­ge­führ­ten Emp­fän­ger­ban­ken. Auf den Lea­ver-Listen sind nicht-per­so­na­li­sier­te Daten im Zusam­men­hang mit der Schlie­ssung von Kon­ten und dem damit ver­bun­de­nen Trans­fer von Gel­dern auf eine ande­re Bank im In- oder Aus­land ent­hal­ten. Kun­den­da­ten sind von der Bewil­li­gung gemäss Arti­kel 271 StGB nicht erfasst. Die­se dür­fen nur im Rah­men der bestehen­den Abkom­men mit den USA im Bereich der Dop­pel­be­steue­rung auf dem Weg der Amts­hil­fe über­mit­telt wer­den.

Auf die Bewil­li­gun­gen ange­wie­sen sind zunächst all jene Ban­ken, gegen die bereits ein Straf­ver­fah­ren eröff­net wur­de. Zudem wer­den mit dem DoJ auf der Basis der ver­ab­schie­de­ten Eck­wer­te wei­te­re Gesprä­che betref­fend Start eines uni­la­te­ra­len US-Pro­gramms zur Ver­gan­gen­heits­re­ge­lung der Ban­ken, gegen die noch kein Straf­ver­fah­ren eröff­net wur­de, geführt. Bei einer Teil­nah­me am Pro­gramm benö­ti­gen auch die­se Ban­ken eine Bewil­li­gung im Rah­men der ver­ab­schie­de­ten Eck­wer­te. 

2. Bun­des­rat heisst Unter­zeich­nung des neu­en fran­zö­sisch-schwei­ze­ri­schen Erb­schafts-DBA gut

Der Bun­des­rat hat grü­nes Licht für die Unter­zeich­nung des neu­en fran­zö­sisch-schwei­ze­ri­schen Abkom­mens zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung auf dem Gebiet der Erb­schafts­steu­ern gege­ben. Der Ent­wurf wur­de auf Antrag der Schweiz geän­dert und sieht in drei Punk­ten Ver­bes­se­run­gen gegen­über der ursprüng­li­chen Fas­sung vor: eine Min­de­st­an­säs­sig­keits­dau­er für in Frank­reich wohn­haf­te Erben, eine gün­sti­ge­re Rege­lung bei den Immo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten und einen neu­en Zeit­punkt für die Erst­an­wen­dung.

Die Unter­zeich­nung des Erb­schafts­steu­er­ab­kom­mens zwi­schen der Schweiz und Frank­reich soll im Juli erfol­gen. Das neue Abkom­men muss vor dem Inkraft­tre­ten durch das Par­la­ment geneh­migt wer­den. Es ent­spricht den Grund­sät­zen des inter­na­tio­na­len Steu­er­rechts. Das Abkom­men wird wie üblich anläss­lich der Unter­zeich­nung ver­öf­fent­licht wer­den.
Gegen­über dem ersten Ent­wurf wur­de eine gün­sti­ge­re Rege­lung in den drei fol­gen­den Punk­ten erzielt:

  • Erben und Ver­mächt­nis­neh­mer eines Erb­las­sers mit Wohn­sitz in der Schweiz müs­sen min­de­stens acht der zehn Jah­re vor dem Emp­fang in Frank­reich wohn­haft gewe­sen sein, damit Frank­reich sein Besteue­rungs­recht aus­üben kann.
  • Immo­bi­li­en, die indi­rekt über eine Gesell­schaft gehal­ten wer­den, wer­den am Ort der gele­ge­nen Sache besteu­ert. Die­se Besteue­rung ist aber nur zuläs­sig, wenn der Erb­las­ser bzw. des­sen Fami­lie die Gesell­schaft min­de­stens zur Hälf­te besit­zen und wenn der Wert der Immo­bi­li­en mehr als einen Drit­tel der gesam­ten Akti­ven die­ser Gesell­schaft aus­ma­chen.
  • Das Abkom­men tritt in Kraft, nach­dem es vom Par­la­ment geneh­migt wor­den und die Frist für das fakul­ta­ti­ve Refe­ren­dum abge­lau­fen ist. Ursprüng­lich war die Anwen­dung des neu­en Abkom­mens ab 1.Januar 2014 vor­ge­se­hen.

3. Bun­des­rat hält an Ver­fah­ren zur Ver­mei­dung der inter­kan­to­na­len Dop­pel­be­steue­rung fest

Der Bun­des­rat sieht kei­ne Mög­lich­keit, die Ver­fah­ren zur Ver­mei­dung inter­kan­to­na­ler Dop­pel­be­steue­rung zu ver­ein­fa­chen. Ände­run­gen wür­den in das föde­ra­li­sti­sche Steu­er­sy­stem und die kan­to­na­le Steu­er­au­to­no­mie ein­grei­fen, schreibt der Bun­des­rat in einem Bericht zur Erfül­lung eines ent­spre­chen­den Postu­lats.

Der Bericht geht ins­be­son­de­re den Fra­gen nach, ob die Ver­an­la­gung natür­li­cher Per­so­nen künf­tig nur noch im Wohn­sitz­kan­ton vor­ge­nom­men wer­den kann, ob die Schuld­zin­sen bei der Steu­er­be­rech­nung anders berück­sich­tigt wer­den sol­len und ob künf­tig bei der Ermitt­lung der Gewin­nungs­ko­sten und der Sozi­al­ab­zü­ge die Bestim­mun­gen des Wohn­sitz­kan­tons als mass­geb­lich erklärt wer­den kön­nen. Kei­ner die­ser Wege ist gemäss Bun­des­rat gang­bar. 

Bericht

Michael Fischer

Posted by Michael Fischer