Die aus­führ­li­che Begrün­dung des Urteils vom 5. Juli 2013 (s. Swiss­blawg vom 6. Juli 2013) liegt nun vor.

Das BGer äussert sich im Ent­scheid u.a. zu fol­gen­den Fra­gen:

  • Wirt­schaft­lich Berech­tig­ter (sofern von Ver­trags­part­ner ver­schie­den) hat i.d.R. kei­ne Par­tei­stel­lung, da er via Ver­trags­part­ner Ein­fluss neh­men kann. Ist das aus­nahms­wei­se nicht der Fall, steht dem wB unter Umstän­den im Rah­men von BEHG 38 III eben­falls Par­tei­stel­lung zu. Die­se Grund­sät­ze gel­ten in nuan­cier­ter Form auch für die inter­na­tio­na­le Amts­hil­fe in Steu­er­fra­gen. Im vor­lie­gen­den Fall sind die wB betrof­fen und haben des­halb Par­tei­stel­lung (insb. E. 2.1.3);
  • Kei­ne ex lege auf­schie­ben­de Wir­kung der Beschwer­de auf dem Gebiet der Amts­hil­fe in Steu­er­fra­gen (E. 4);
  • kei­ne Anwend­bar­keit der Garan­ti­en von EMRK 6 im Amts­hil­fe­ver­fah­ren (E. 5);
  • grund­sätz­li­che Par­al­le­li­tät der inter­na­tio­na­len Amts­hil­fe in Bör­sen­sa­chen, Rechts­hil­fe in Straf­sa­chen und Amts­hil­fe in Steu­er­fra­gen (E. 7);
  • Grup­pen­er­su­chen kön­nen gestützt auf das DBA-US 96 zuläs­sig sein: “auf ein auf DBA-US 96 26 gestütz­tes Amts­hil­fe­ge­sich, das die Namen der betrof­fe­nen Steu­er­pflich­ti­gen nicht erwähnt ist grund­sätz­lich ein­zu­tre­ten, sofern die Dar­stel­lung des Sach­ver­halts genü­gend detail­liert ist, um einen Ver­dacht auf Betrugs­de­lik­te und der­glei­chen zu erge­ben und die Iden­ti­fi­ka­ti­on der gesuch­ten Per­so­nen zu ermög­li­chen” (E. 7.2.6);
  • ESTV ist nicht ver­pflich­tet, zur Beant­wor­tung eines Amts­hil­fe­ge­suchts sämt­li­che der mehr als 300 in der Schweiz täti­gen Ban­ken anzu­fra­gen. Kom­men hin­ge­gen z.B. nur drei Ban­ken als Infor­ma­ti­ons­in­ha­ber in Fra­ge, so ist die ESTV auch ohne Anga­be des Namens ver­pflich­tet, die­se anzu­fra­gen, sofern die Umstän­de im Gesuch schlüs­sig dar­ge­tan sind” (E.7.3.2).
Michael Fischer

Posted by Michael Fischer