Vor dem Gericht erster Instanz des Kan­tons Genf (Tri­bu­nal de pre­miè­re instan­ce du can­ton de Genè­ve) wur­den in der glei­chen Sache zwei Kla­gen anhän­gig gemacht: Zunächst wur­de ein ordent­li­ches Ver­fah­ren gemäss Art. 219 ff. ZPO ein­ge­lei­tet und danach ein sum­ma­ri­sches Rechts­schutz­ver­fah­ren in kla­ren Fäl­len nach Art. 257 ZPO.

Für das Bun­des­ge­richt stell­te sich die Fra­ge, ob bezüg­lich des Ver­fah­rens in kla­ren Fäl­len sämt­li­che Pro­zess­vor­aus­set­zun­gen gege­ben waren oder ob die Rechts­hän­gig­keit des ordent­li­chen Ver­fah­rens eine Sperr­wir­kung für das zwei­te Ver­fah­ren ent­fal­tet hat­te (BGer. 4A_141/2013 vom 22. August 2013, E. 2.2). Das Bun­des­ge­richt bejah­te die Sperr­wir­kung der ersten Kla­ge (E. 2.2.4).

Es hielt dafür, die Gefahr sich wider­spre­chen­der Urtei­le bestehe auch inner­halb der glei­chen Gerichts­be­hör­de, ins­be­son­de­re wenn ein Gericht meh­re­re Kam­mern oder Abtei­lun­gen auf­wei­se. Die Sperr­wir­kung der Rechts­hän­gig­keit sol­le aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den ganz all­ge­mein ver­hin­dern, dass in der­sel­ben Sache nicht meh­re­re Ver­fah­ren geführt wer­den (E. 2.2.1).

Der Umstand, dass die Kla­gen in zwei unter­schied­li­chen Ver­fah­rens­ar­ten zu behan­deln waren, spiel­te für das Bun­des­ge­richt kei­ne ent­schei­den­de Rol­le. Sowohl das ordent­li­che wie auch das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren in kla­ren Fäl­len wer­den mit einem rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid abge­schlos­sen (E. 2.2.2).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).