Das BGer geht im vor­lie­gen­den Urteil auf die Fol­gen eines Orga­ni­sa­ti­ons­man­gels ein, hier zum Feh­len einer erfor­der­li­chen Revi­si­ons­stel­le:

Fehlt der Gesell­schaft die Revi­si­ons­stel­le und wur­de der Man­gel innert rich­ter­lich ange­setz­ter Frist nicht beho­ben, ist die Ernen­nung des feh­len­den Organs grund­sätz­lich die ange­mes­se­ne Mass­nah­me zur Besei­ti­gung des Orga­ni­sa­ti­ons­man­gels […]. Dem Gericht wird es regel­mä­ssig als ver­hält­nis­mä­ssig und den ver­folg­ten Zie­len ange­mes­sen erschei­nen, der Ernen­nung einer Revi­si­ons­stel­le gegen­über der Anord­nung der Auf­lö­sung und der Liqui­da­ti­on der Gesell­schaf­ten nach den Vor­schrif­ten über den Kon­kurs den Vor­zug zu geben […]. Das bis­he­ri­ge Recht sah bei Feh­len einer Revi­si­ons­stel­le die Anset­zung einer Frist zur Behe­bung des Man­gels und bei deren erfolg­lo­sen Ver­strei­chen die rich­ter­li­che Ernen­nung der Revi­si­ons­stel­le, nicht aber die Auf­lö­sung der Gesell­schaft vor (aArt. 727f OR). Es ist nicht davon aus­zu­ge­hen, dass der Gesetz­ge­ber mit Art. 731b OR die Stu­fen­fol­ge die­ser Mass­nah­men durch­bre­chen woll­te […]. Aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den kann das Gericht der Gesell­schaft bei Ein­set­zung einer Revi­si­ons­stel­le frei­lich gleich­zei­tig unter Andro­hung der Auf­lö­sung bei Nicht­be­ach­tung eine Frist zur Bezah­lung des gemäss Art. 731b Abs. 2 OR zu lei­sten­den Vor­schus­ses anset­zen. Ein sol­ches Vor­ge­hen ermög­licht dem Gericht, die Gesell­schaft nach unbe­nutz­tem Frist­ab­lauf direkt auf­zu­lö­sen, ohne auf ein erneu­tes Gesuch des Han­dels­re­gi­ster­füh­rers, eines Gesell­schaf­ters oder Gläu­bi­gers ver­wie­sen zu sein[…].

Hier wur­de die Auf­lö­sung zu Recht ange­ord­net, weil die Gesell­schaft sowohl im Man­gel­be­he­bungs­ver­fah­ren nach HregV 154 als auch im vor­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren nicht reagiert hat­te:

Auch wenn es sich beim Organ­wal­ter der Beschwer­de­füh­re­rin um einen juri­sti­schen Lai­en han­delt, ist ein Untä­tig­blei­ben auf zwei hin­ter­ein­an­der fol­gen­de Fri­stan­set­zun­gen nicht nach­voll­zieh­bar. In der Tat gehen aus dem vor­in­stanz­lich fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt denn auch kei­ne stich­hal­ti­gen Grün­de her­vor, wes­halb die Beschwer­de­füh­re­rin sich im vor­in­stanz­li­chen sowie im Ver­fah­ren vor dem Han­dels­re­gi­ster­amt in kei­ner Art und Wei­se ver­neh­men liess.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.