Die Klä­ge­rin erhob gegen die Y. AG eine Lei­stungs­kla­ge und ver­lang­te USD 2’432’738 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Juli 2000. Die Beklag­te bean­trag­te dem­ge­gen­über, die Kla­ge sei abzu­wei­sen und es sei fest­zu­stel­len, “dass die Klä­ge­rin und Wider­be­klag­te kei­ner­lei Ansprü­che gegen­über der Beklag­ten und Wid­er­klä­ge­rin oder irgend­ei­ner ande­ren Y-Kon­zern­ge­sell­schaft oder deren Betei­lig­te, Aktio­nä­re und Orga­ne hat.”

Das Ober­ge­richt des Kan­tons Solo­thurn wies die Kla­ge im Beru­fungs­ver­fah­ren ab. Die Gerichts­ko­sten auf­er­leg­te es zu neun Zehn­teln der Klä­ge­rin und ver­pflich­te­te die­se, der Beklag­ten eine redu­zier­te Par­tei­ent­schä­di­gung aus­zu­rich­ten.

Gegen die­sen Ent­scheid erhob die Klä­ge­rin Beschwer­de ans Bun­des­ge­richt und bean­trag­te unter ande­rem, es sei­en die Gerichts­ko­sten des Beru­fungs­ver­fah­rens den Par­tei­en je zur Hälf­te auf­zu­er­le­gen und die Par­tei­ent­schä­di­gun­gen gegen­sei­tig wett­zu­schla­gen. Das Bun­des­ge­richt wies die Beschwer­de ab, soweit es dar­auf ein­trat.

Die Klä­ge­rin hat­te vor Bun­des­ge­richt ver­geb­lich gel­tend gemacht, durch den Kosten­ent­scheid sei Art. 106 ZPO ver­letzt wor­den. Zur Begrün­dung mach­te sie gel­tend, der Streit­wert der nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge ent­spre­che dem­je­ni­gen der Haupt­kla­ge. Da die Vor­in­stanz auf die Wider­kla­ge nicht ein­ge­tre­ten sei, sei die Beschwer­de­geg­ne­rin im sel­ben Umfang unter­le­gen wie die Klä­ge­rin, deren Kla­ge abge­wie­sen wor­den sei (BGer. 4A_80/2013 vom 30. Juli 2013, E. 6.2).

Das Bun­des­ge­richt erwog dem­ge­gen­über, dass das Fest­stel­lungs­be­geh­ren nicht als Reak­ti­on auf eine Teil­kla­ge erfolg­te. Da die Klä­ge­rin den vol­len Streit­wert ein­ge­klagt habe, sei der Beklag­ten gar kein recht­lich geschütz­tes Inter­es­se an einer nega­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge zuge­kom­men. Das Fest­stel­lungs­be­geh­ren habe des­halb nicht die Qua­li­tät einer Wider­kla­ge mit einem selb­stän­di­gen Wert auf­ge­wie­sen (E. 6.4).

Roland Bachmann

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Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).