Der Bun­des­rat hat am 13. Sep­tem­ber 2013 einen Bericht zu Open Government Data (OGD) in der Schweiz ver­öf­fent­licht und gleich­zei­tig das Infor­ma­tik­steue­rungs­or­gan des Bun­des ISB beauf­tragt, bis Mit­te 2014 einen Ent­wurf für eine OGD-Stra­te­gie zu erar­bei­ten und die natio­na­le Umset­zung von Open Government Data 2014 zu pla­nen (vgl. Medi­en­mit­tei­lung).

Der Bericht ist hier abruf­bar. Dem­zu­fol­ge geht es v.a. um Daten,

die im Besitz der
Ver­wal­tung sind und deren Ver­wen­dung nicht ein­schnei­dend ein­ge­schränkt ist, ins­be­son­de­re aus daten­schutz-, urhe­ber­rechts- und infor­ma–
tions­schutz­recht­li­chen Grün­den. Typi­sche
Bei­spie­le sind Sta­ti­stik-, Geo-,
Umwelt oder Wet­ter­da­ten.

Der Bericht geht auf ein im Dezem­ber 2011 über­wie­se­nes Postu­lat von NR Was­ser­fal­len “11.3884 «Open Government Data als stra­te­gi­scher­Schwer­punkt im E-Government» zurück. Der Bun­des­rat beant­wor­tet die dar­in gestell­ten Fra­gen nun wie folgt:

  1. Wel­che Chan­cen und Risi­ken erge­ben sich aus Sicht von E-Government durch die Ver­öf­fent­li­chung von Behör­den­da­ten?

    Die Abwä­gung von Chan­cen und Risi­ken von OGD zeigt, dass ein attrak­ti­ves Poten­zi­al für eine trans­pa­ren­te, effi­zi­en­te Ver–
    wal­tungs­füh­rung und die wirt­schaft­li­che Wert­schöp­fung besteht. Dem­ge­gen­über bestehen kei­ne schwer­wie­gen­den Risi­ken, die einer Wei­ter­ent­wick­lung von OGD im Wege ste­hen wür­den.

  2. Wer ent­schei­det über die Ver­öf­fent­li­chung von Daten­sät­zen, und wie wer­den Inte­gri­tät, Nach­voll­zieh­bar­keit und län­ger­fri­sti­ge Zugäng­lich­keit die­ser Daten gewähr­lei­stet?

    Die Zustän­dig­keit zur Ver­öf­fent­li­chung von Daten auf Bun­des–
    ebe­ne liegt bei den ein­zel­nen Daten­pro­du­zen­ten, soweit nicht schon die Gesetz­ge­bung die Ver­öf­fent­li­chung oder die Nicht-Ver­öf­fent­li­chung ver­bind­lich vor­sieht. Grund­sätz­lich kön­nen die zustän­di­gen Behör­den am besten ein­schät­zen, ob bestimm­te Daten ver­öf­fent­licht wer­den kön­nen. Der Bun­des­rat wird prü­fen, ob und in wel­chen Berei­chen neue recht­li­che Bestim­mun­gen über die Ver­öf­fent­li­chung geschaf­fen wer­den sol­len.

  3. Unter wel­chen Lizenz­be­stim­mun­gen und finanz­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen kön­nen die offen zugäng­li­chen Daten wei­ter­ver­wen­det wer­den?

    Infor­ma­tio­nen, die gestützt auf den all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­ons­auf­trag des Bun­des­rats und der Ver­wal­tung ver­öf­fent­licht wer­den, kön­nen grund­sätz­lich frei und kosten­los ver­wen­det wer­den. In ver­schie­de­nen Berei­chen sieht die Gesetz­ge­bung spe­zi­fi­sche Ein­schrän­kun­gen und teil­wei­se eine Kosten­pflicht vor. Teil­wei­se wer­den die Nut­zungs­rech­te auch durch pri­vat­recht­li­che Li–
    zen­zen gere­gelt. In Bezug auf Nut­zungs­rech­te und Lizenz­be­stim­mun­gen sind auf Bun­des­ebe­ne ein­heit­li­che Lösun­gen zu prü­fen.

  4. Wo besteht die Gefahr, dass der Daten­schutz durch einen offe­nen Zugang zu Behör­den­da­ten tan­giert wird, und wel­che Mass­nah­men sind dage­gen zu ergrei­fen?
    Bezüg­lich des Daten­schut­zes besteht bei OGD das Risi­ko, dass aus der Ver­knüp­fung von anony­mi­sier­ten, frei zugäng­li­chen Daten Rück­schlüs­se auf Per­so­nen gezo­gen wer­den könn­ten. In der Ver­wal­tung sind des­halb ent­spre­chen­de vor­sorg­li­che Mass­nah­men fest­zu­le­gen und umzu­set­zen.
  5. Wel­che prio­ri­sier­te Vor­ha­ben sind in die E-Government-Stra­te­gie Schweiz auf­zu­neh­men, damit das Poten­zi­al von Open Government Data in den näch­sten Jah­ren opti­mal aus­ge­schöpft wer­den kann, und wel­che Inve­sti­tio­nen sind dazu nötig?

    Mit dem prio­ri­sier­ten Vor­ha­ben B2.12 «Open Government Data» wird die Koor­di­na­ti­on der Akteu­re und Akti­vi­tä­ten vor­an­ge­trie­ben, im Rah­men eines Pilot­pro­jekts wer­den Erfah­run­gen gesam­melt. Die Koor­di­na­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten sind bis Ende 2013 sicher­ge­stellt. Für eine syste­ma­ti­sche Umset­zung bedarf es jedoch mehr als der bis­her getrof­fe­nen Mass­nah­men: Die Erar­bei­tung einer OGD Stra­te­gie Schweiz, die Koor­di­nie­rung der Akti­vi­tä­ten und Ein­be­zug der Kan­to­ne und Gemein­den sowie die Über­füh­rung des Pilot­por­tals «OGD@Bund» in ein auf Dau­er ange­leg­tes OGD-Web­por­tal.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.