Das IGE hat die Schutz­aus­deh­nung der inter­na­tio­na­len Mar­ke “Ce’Real” für “Con­fi­se­ries, cho­co­lat et pro­du­its cho­co­la­tés,
pâtis­se­ries, crè­mes gla­cées, pré­pa­ra­ti­ons pour la fabri­ca­ti­on des
pro­du­its pré­cités, com­pri­ses dans cet­te clas­se” ver­wei­gert, weil es sich beim Zei­chen “Re’Real” um Gemein­gut hand­le.
Das BGer bestä­tigt dies wie zuvor bereits das BVGer.

Nach 5 II MMA und 5 I des (vor­lie­gend anwend­ba­ren) Pro­to­kolls zum MMA (MMP) bestim­men sich die Grün­de für eine Schutz­ver­wei­ge­rung inter­na­tio­nal­recht­lich nach der PVÜ. Nach PVÜ 6quin­quies lit. B Ziff. 2 und 3 ist eine Schutz­ver­wei­ge­rung u.a. damm zuläs­sig, wenn die Mar­ke als Gemein­gut anzu­se­hen ist, was MSchG 2 lit. a ent­spricht.

Die Vor­in­stanz hat­te daher geprüft, ob das Zei­chen “Ce’Real” auf­grund der Schreib­wei­se mit Apo­stroph und Gross­buch­sta­ben in die Bestand­tei­le “Ce” und “Real” zer­legt wer­den kann, was sich dann etwa als “ce” oder “c’est”(frz.) und “real” (engl.)  lesen lie­sse, also etwa “das ist echt”. Es sei aber kaum zu erwar­ten, dass der Durch­schnitts­kon­su­ment ent­spre­chen­de Über­le­gun­gen anstel­le. Anders als im “PROLED”-Entscheid (4A_648/2010) kön­ne im Zei­chen “Ce’Real” zudem eine beson­de­re Schreib­wei­se eines
ein­heit­li­chen Worts, näm­lich “cere­al”
, erkannt wer­den; eine Unter­tei­lung in zwei Wör­ter drängt sich nicht auf, weil den ein­zel­nen Bestand­tei­len kein klar erkenn­ba­rer Sinn­ge­halt zukommt. Im Ergeb­nis wird das Zei­chen “Ce’Real” in Ver­bin­dung
mit den bean­spruch­ten Lebens­mit­teln im mass­geb­li­chen Gesamt­ein­druck vom
Durch­schnitts­ver­brau­cher ohne Wei­te­res als “cere­al” bzw. “céréa­le” im
Sin­ne von “Cerea­li­en, Getrei­de, Korn, Müs­li”
und damit als Inhalts­an­ga­be für die unter die­sem Zei­chen ange­bo­te­nen Lebens­mit­tel ver­stan­den. Die Gestal­tung des
Schrift­bil­des durch Gross­schrei­bung ein­zel­ner Buch­sta­ben ver­mag den
Gesamt­ein­druck fer­ner in der Regel nicht mass­geb­lich zu ver­än­dern. Auch ein
zusätz­li­cher Apo­stroph macht einen im Gemein­gut ste­hen­den Begriff
nicht ohne Wei­te­res unter­schei­dungs­kräf­tig.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.