Der Beschwer­de­füh­rer woll­te sich vor Bun­des­ge­richt über die ihm mit der Kla­ge­be­wil­li­gung auf­er­leg­ten Kosten in der Höhe von CHF 525 beschwe­ren. Das Bun­des­ge­richt trat jedoch auf sei­ne Beschwer­de nicht ein (BGer. 4D_68/2013 vom 12. Novem­ber 2013, E. 4).

Das Bun­des­ge­richt fass­te sei­ne Recht­spre­chung zur Anfech­tung von Zwi­schen­ent­schei­den zusam­men (E. 3):

“Bei der Kla­ge­be­wil­li­gung han­delt es sich nicht um einen Ent­scheid und sie ist dem­entspre­chend nicht anfecht­bar (BGE 139 III 273
E. 2.3). […]

Der im Rah­men einer Kla­ge­be­wil­li­gung ergan­ge­ne Spruch
über die Kosten des Schlich­tungs­ver­fah­rens hat aller­dings
Ent­scheid­cha­rak­ter und stellt grund­sätz­lich eine anfecht­ba­re Ver­fü­gung
dar (s. Art. 209 Abs. 2 lit. d ZPO; Domi­nik Infan­ger, in: Bas­ler Kom­men­tar, Schwei­ze­ri­sche Zivil­pro­zess­ord­nung, 2010, N. 14 zu Art. 209 ZPO).
Da die Kla­ge­be­wil­li­gung das Ver­fah­ren nicht abschliesst, gel­ten indes
für die Anfech­tung der im Rah­men der Kla­ge­be­wil­li­gung auf­er­leg­ten Kosten
des Schlich­tungs­ver­fah­rens bzw. des dar­über ergan­ge­nen kan­to­nal
letzt­in­stanz­li­chen Ent­scheids im Sin­ne von Art. 113 BGG
die Regeln über die Anfech­tung von Kosten­ent­schei­den, die im Rah­men von
(nicht ver­fah­rens­ab­schlie­ssen­den) Zwi­schen­ent­schei­den ergan­gen sind,
ana­log. Anders ver­hält es sich nur dann, wenn der Klä­ger die
Kla­ge­be­wil­li­gung ver­fal­len liess, mit­hin auf eine Anhän­gig­ma­chung der
Kla­ge inner­halb der Frist nach Art. 209 Abs. 3 und 4 ver­zich­te­te und das
Ver­fah­ren daher kei­nen Fort­gang nimmt. Soweit dies der Fall ist, hat
der Klä­ger dies im Rah­men der Begrün­dung der Sachur­teils­vor­aus­set­zun­gen
einer Kosten­be­schwer­de sub­stan­zi­iert vor­zu­brin­gen und soweit mög­lich zu
bele­gen (vgl. BGE 134 II 120 E. 1 S. 121). […]

Nach der Pra­xis des Bun­des­ge­richts gilt die Rege­lung
der Kosten- und Ent­schä­di­gungs­fol­gen in einem (nicht
ver­fah­rens­ab­schlie­ssen­den) Zwi­schen­ent­scheid auch sel­ber als
Zwi­schen­ent­scheid (BGE 135 III 329
E. 1.2 mit Hin­wei­sen). Glei­ches gilt für den im Rah­men der
Kla­ge­be­wil­li­gung ergan­ge­nen Ent­scheid über die Kosten des
Schlich­tungs­ver­fah­rens, da — wie dar­ge­legt — auch die Kla­ge­be­wil­li­gung
das Ver­fah­ren grund­sätz­lich nicht abschliesst. Über­dies wer­den die
Kosten des Schlich­tungs­ver­fah­rens bei Ein­rei­chung der Kla­ge zur
Haupt­sa­che geschla­gen und ist somit noch nicht defi­ni­tiv über die
Kosten­tra­gung ent­schie­den (Art. 207 Abs. 2 ZPO). […] Der in einem Zwi­schen­ent­scheid ent­hal­te­ne Ent­scheid über die
Kosten- und Ent­schä­di­gungs­fol­gen ist […] nicht geeig­net, einen nicht
wie­der gut­zu­ma­chen­den Nach­teil im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG
zu bewir­ken. Ein unmit­tel­ba­rer Wei­ter­zug des­sel­ben an das Bun­des­ge­richt
ist daher nur im Rah­men einer Beschwer­de gegen den Zwi­schen­ent­scheid im
Haupt­punkt zuläs­sig, vor­aus­ge­setzt die­se steht nach Art. 93 Abs. 1 BGG offen, was bei einer Kla­ge­be­wil­li­gung nach dem vor­ste­hend Aus­ge­führ­ten nie der Fall ist (BGE 139 III 273 E. 2.3).”

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).