Der Bun­des­rat hat am Frei­tag die revi­dier­te Ver­ord­nung über die Bear­bei­tung bio­me­tri­scher erken­nungs­dienst­li­cher Daten auf den 1. Sep­tem­ber 2014 in Kraft gesetzt. Dar­in wird die Nut­zung von Fin­ger- und Hand­flä­chen­ab­drücken durch die Behör­den sowie die Auf­be­wah­rungs- und Lösch­fri­sten für die­se Daten neu gere­gelt.

Mit Inkraft­re­ten der geän­der­ten Ver­ord­nung star­tet die neue Gene­ra­ti­on des Infor­ma­ti­ons­sy­stems AFIS (Auto­ma­ted Fin­ger­print Iden­ti­fi­ca­ti­on System), das vom Bun­des­amt für Poli­zei (fed­pol) auf natio­na­ler Ebe­ne betrie­ben wird. Die revi­dier­te Ver­ord­nung regelt die Nut­zung von AFIS durch die Poli­zei­stel­len der Schweiz und des Für­sten­tums Liech­ten­stein, durch das Bun­des­amt für Migra­ti­on (Asyl­we­sen), das Grenz­wacht­korps, das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten (Visum­we­sen) und neu auch durch den Nach­rich­ten­dienst des Bun­des sowie die kan­to­na­len Migra­ti­ons­be­hör­den. Die­se Behör­den kön­nen die von ihnen erfass­ten Fin­ger- und Hand­flä­chen­ab­drücke im AFIS abglei­chen las­sen, um die Iden­ti­tät einer Per­son fest­zu­stel­len oder zu über­prü­fen oder um Tat­ortspu­ren auf­zu­klä­ren. Das AFIS kann künf­tig auch Foto­gra­fi­en von Per­so­nen ent­hal­ten, die erken­nungs­dienst­lich behan­delt wor­den sind.

Schliess­lich wer­den mit der revi­dier­ten Ver­ord­nung auch Auf­be­wah­rungs­dau­er und Lösch­fri­sten für die bio­me­tri­schen erken­nungs­dienst­li­chen Daten neu gere­gelt. In Zukunft gel­ten für die­se Daten die­sel­ben abge­stuf­ten Auf­be­wah­rungs­fri­sten wie für DNA-Pro­fi­le. Dabei wer­den die ent­spre­chen­den Daten­lö­schun­gen von Amtes wegen vor­ge­nom­men, ohne dass die betrof­fe­ne Per­son ein Lösch­ge­such stel­len muss.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen ent­hält der Bericht des fed­pol zur Total­re­vi­si­on der Ver­ord­nung.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.