Der vor­lie­gen­de Fall betraf den Kauf eines gebrauch­ten Mer­ce­des. Der Wagen war nicht als Unfall­wa­gen ver­kauft wor­den. Bei einem nach dem Kauf auf­ge­tre­te­nen Defekt der Brem­sen stell­te eine Exper­ti­se jedoch fest, dass es sich um einen Unfall­wa­gen han­del­te und der Unfall­scha­den zudem schlecht und unfach­män­nisch repa­riert wor­den sei. Der Käu­fer ver­lang­te in der Fol­ge Wand­lung des Kauf­ver­trags.

Der Käu­fer berief sich dabei auf das Ver­kaufs­in­se­rat für den Wagen, im dem die­ser als “Sel­te­ner Flachkühler 3.5 im Super Zustand” bzw. ” sau­be­res Ori­gi­na­les CH Fahr­zeug”, des­sen “Leder und der Rest des Fahr­zeugs […] wie neu” sei, bewor­ben wor­den sei. Dabei hand­le es sich um die Zusi­che­rung der Unfall­frei­heit, für die der Ver­käu­fer nach OR 197 haf­te.

Das BGer weist dies zurück:

Nach der Recht­spre­chung genügt für eine
Zusi­che­rung i.S. von Art. 197 Abs. 1 OR jede Erklä­rung, wonach die Sache
eine bestimm­te, objek­tiv fest­stell­ba­re Eigen­schaft auf­weist, wenn der
Käu­fer nach Treu und Glau­ben auf die­se Anga­be ver­trau­en darf
[…]. Dem­ge­gen­über fal­len
unver­bind­li­che, rekla­me­haf­te Anprei­sun­gen nicht unter den Begriff der
Zusi­che­rung […].

Im vor­lie­gen­den Fall hand­le es sich — so das BGer ohne wei­te­re Begrün­dung — um eine Anprei­sung:

Die Vor­in­stanz hat die im Ver­kaufs­in­se­rat ent­hal­te­nen Anga­ben zutref­fend als Anprei­sung qua­li­fi­ziert. Die­se stel­len kei­ne Zusi­che­run­gen im Sin­ne von Art. 197 OR dar, son­dern sol­len als Rekla­me ledig­lich die Kauf­lust för­dern […]. Von einer Zusi­che­rung der Unfall­frei­heit kann kei­ne Rede sein. 

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.