Das BGer fasst im vor­lie­gen­den Urtei­le fol­gen­de Grund­sät­ze der Testa­ments­aus­le­gung zusam­men:

  • Der Wil­le des Erb­las­sers ist grund­sätz­lich zunächst allein anhand sei­ner schrift­li­chen Anord­nun­gen zu ermit­teln.
  • Wenn sich die­sen Anord­nun­gen kein ein­deu­ti­ger Sinn ent­neh­men lässt, darf der Rich­ter das Geschrie­be­ne unter Berück­sich­ti­gung des Testa­ments als Gan­zes aus­le­gen
  • Um den im Text unklar oder unvoll­stän­dig aus­ge­drück­ten Wil­len zu erhel­len, darf der Rich­ter ausser­halb der Testa­ments­ur­kun­de lie­gen­de Ele­men­te zur Aus­le­gung her­an­zie­hen, sich auf die all­ge­mei­ne Lebens­er­fah­rung
    abstüt­zen oder die Ver­fü­gung “in favorem testa­men­ti” aus­le­gen.

Das BGer bestä­tigt sodann, dass eine letzt­wil­li­ge Ver­mö­gens­zu­wen­dung nur dann ein Ver­mächt­nis sein kann, wenn der Gegen­stand des Ver­mö­gens­vor­teils hin­rei­chend bestimmt oder bestimm­bar und so gear­tet ist, dass er sich durch Kla­ge und mit den Mit­teln der Zwangs­voll­streckung durch­set­zen lässt. Bei unge­nü­gen­der Bestim­mung ist das Ver­mächt­nis nach “in favorem testa­men­ti” in eine Auf­la­ge umzu­deu­ten.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.