Das BGer bestä­tigt ein Urteil des KGer SG, in dem die­ses einen Grund­la­gen­irr­tum bei einer Geschäfts­mie­te wegen unver­hält­nis­mä­ssi­ger Lärm­be­la­stung bejaht hat­te:

Unter Zugrun­de­le­gung des vor­in­stanz­lich fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts erweist sich die Rechts­auf­fas­sung als bun­des­rechts­kon­form, wonach der Irr­tum der Beschwer­de­geg­ne­rin über die Behe­bung der Lärm­pro­ble­ma­tik vor Miet­an­tritt, die Quel­le des Lärms und die sich dar­aus erge­ben­den Kon­se­quen­zen sowie über die Ein­hal­tung der (gesetz­li­chen) Lärm­grenz­wer­te sowohl sub­jek­tiv als auch objek­tiv wesent­lich im Sin­ne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR war: Die Vor­in­stanz leg­te über­zeu­gend dar, dass die Beschwer­de­geg­ne­rin den Miet­ver­trag sicher nicht abge­schlos­sen hät­te, wenn sie gewusst hät­te, dass Grund des Lärms eine falsch instal­lier­te MRI-Anla­ge gewe­sen sei. Es ist sodann auch ohne wei­te­res ver­ständ­lich, dass die Behe­bung des Lärms vor Miet­an­tritt für die Mie­te­rin eine not­wen­di­ge Grund­la­ge für den Ver­trags­ab­schluss bil­de­te. Bei einem Miet­ver­trag über Büro­räum­lich­kei­ten darf nach Treu und Glau­ben erwar­tet wer­den, dass in den gemie­te­ten Räum­lich­kei­ten die gesetz­li­chen Lärm­grenz­wer­te ein­ge­hal­ten wer­den, jeden­falls in einem neue­ren und moder­nen Miet- und Geschäfts­haus, und dass nicht stö­ren­de Dau­er­ge­räu­sche zu ver­neh­men sind, deren Sanie­rung mit erheb­li­chen Umtrie­ben und Ein­schrän­kun­gen bei über­dies unge­wis­sem Erfolg ver­bun­den ist.

Infol­ge des Weg­falls des Miet­ver­trags hat­te für die Miet­dau­er ein fak­ti­sches Ver­trags­ver­hält­nis bestan­den. Hier hat­te das KGer SG zu Recht eine Reduk­ti­on von 30% bewil­ligt, wobei das Aus­mass der Reduk­ti­on vor BGer nicht mehr strit­tig war.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.