Das BGer hat­te im vor­lie­gen­den Urteil die Fra­ge zu beant­wor­ten, ob eine ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung über die Reduk­ti­on von Miet­ko­sten wegen “uner­war­tet schlech­ter wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung” wegen Irr­tums ange­foch­ten wer­den kann.

Die Par­tei­en hat­ten ange­sichts der schlech­ten wirt­schaft­li­chen Lage der (Geschäfts-)Mieterin ver­ein­bart, den Miet­zins von CHF 56’000 p.M. um CHF 6’000 p.M. zu redu­zie­ren. Spä­ter berief sich die Ver­mie­te­rin betr. die Reduk­ti­on auf Grund­la­gen­irr­tum, weil sich die Mie­te­rin gar nicht in einer schlech­ten Lage befun­den habe.

Das BGer weist die­se Argu­men­ta­ti­on wie bereits die Vor­in­stan­zen zurück:

Die vom Beschwer­de­füh­rer [Ver­mie­ter] als mass­geb­lich erach­te­te Mög­lich­keit, den Miet­ver­trag wirt­schaft­lich ein­zu­hal­ten, ent­behrt […] der objek­ti­ven Bestimmt­heit. Die Beschwer­de­geg­ne­rin [Mie­te­rin] konn­te somit nach Treu und Glau­ben nicht erken­nen, unter wel­chen Bedin­gun­gen der Beschwer­de­füh­rer die Bezah­lung des gan­zen Miet­zin­ses für mög­lich hielt bzw. wie sich ihre wirt­schaft­li­che Situa­ti­on nach der Vor­stel­lung des Beschwer­de­füh­rers dar­stel­len und ent­wickeln müss­te, um sein Ent­ge­gen­kom­men zu recht­fer­ti­gen.

2.4. Die Vor­in­stanz hat Bun­des­recht kor­rekt ange­wen­det, wenn sie den Umstand “uner­war­tet schlech­te wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung” nicht als hin­rei­chend bestimm­te Tat­sa­che erkann­te, wel­che die Beschwer­de­geg­ne­rin nach Treu und Glau­ben als Ver­trags­grund­la­ge hät­te erken­nen müs­sen. Ein Grund­la­gen­irr­tum nach Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR ist somit zu ver­nei­nen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.