Das Land­ge­richt Köln ver­ur­teil­te die A. AG mit Sitz im Kan­ton Luzern in Gut­hei­ssung einer Kla­ge der deut­schen B. GmbH & Co. KG, es zu unter­las­sen, im geschäft­li­chen Ver­kehr zu Wett­be­werbs­zwecken für bestimm­te Mund­spül-Lösun­gen zu wer­ben oder die­se Mit­tel zu ver­trei­ben, solan­ge sie nicht als Arz­nei­mit­tel zuge­las­sen sind. In der Fol­ge setz­te das Land­ge­richt Köln im Zwangs­voll­streckungs­ver­fah­ren gegen die A. AG wegen schuld­haf­ter Zuwi­der­hand­lung ein Ord­nungs­geld in der Höhe von EUR 100’000 fest. Mit Gesuch um Voll­streck­bar­er­klä­rung an das Bezirks­ge­richt Kri­ens
bean­trag­te das Land­ge­richt Köln, han­delnd durch sei­nen Rechts­pfle­ger, es
sei der Ord­nungs­geld­be­schluss gemäss Art. 31 LugÜ für voll­streck­bar zu
erklä­ren (Urteil 4A_75/2014 vom 1. Sep­tem­ber 2014). 

Das Bezirks­ge­richt Kri­ens erklär­te den Ord­nungs­geld­be­schluss für voll­streck­bar. Das Kan­tons­ge­richt Luzern hob die­sen Ent­scheid auf Beschwer­de hin wie­der auf und wies den Antrag auf Voll­streck­bar­er­klä­rung ab, da kei­ne Zivil- und Han­dels­sa­che i.S.v. Art. 1 LugÜ vor­lie­ge. Dage­gen führ­te das Land­ge­richt Köln Beschwer­de beim Bun­des­ge­richt. Das Bun­des­ge­richt wies die Beschwer­de ab.

Zur Begrün­dung führ­te das Bun­des­ge­richt im Wesent­li­chen aus, der Ord­nungs­geld­be­schluss sei im Rah­men eines Ver­fah­rens zwi­schen zwei pri­va­ten Par­tei­en ergan­gen und fal­le nach der Recht­spre­chung des EuGH in den sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich von Art. 1 Nr. 1 aLu­gÜ (E. 1.5). Die Voll­streck­bar­er­klä­rung müs­se jedoch von einem Berech­tig­ten bean­tragt wer­den, d.h. dem mate­ri­ell berech­tig­ten Gläu­bi­ger, der im voll­streck­bar zu erklä­ren­den Urteil aus­ge­wie­sen wird (E. 1.6). Das Land­ge­richt Köln, han­delnd durch sei­nen Rechts­pfle­ger, war des­halb kein Berech­tig­ter i.S.v. Art. 31 aLu­gÜ (E. 1.7).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).