Der Bun­desrat hat am 19. Novem­ber 2014 ein­er Erk­lärung über die Teil­nahme der Schweiz an der mul­ti­lat­eralen Vere­in­barung über den automa­tis­chen Infor­ma­tion­saus­tausch in Steuer­sachen („Mul­ti­lat­er­al Com­pe­tent Author­i­ty Agree­ment“ / „MCAA) zuges­timmt.  
Die MCAA ist ein mul­ti­lat­eraler Rah­men­ver­trag, welch­er wesentliche Details und Bedin­gun­gen für den automa­tis­chen Infor­ma­tion­saus­tausch (“AIA”) konkretisiert, basierend auf dem im Juli 2014 final­isierten offiziellen OECD-Stan­dard zum AIA. Der AIA soll  zwis­chen jenen MCAA-Unterze­ich­n­er­staat­en angewen­det wer­den, welche die erforder­lichen inter­nen Umset­zungser­lasse in Kraft geset­zt und deren zuständi­ge Behör­den bes­timmte vordefinierte Erk­lärun­gen aus­ge­tauscht haben wer­den.
Die MCAA war von der OECD aus­gear­beit­et und bere­its am 29. Okto­ber 2014 von 51 Staat­en und Ter­ri­to­rien (am Rande der Ple­narver­samm­lung des Glob­al Forum in Berlin) unterze­ich­net wor­den. Sie ist eine der mass­geben­den Grund­la­gen für die Ein­führung des gren­züber­schre­i­t­en­den AIA auf glob­aler Ebene. Weit­ere Grund­la­gen bilden das OECD-Europarat­sübereinkom­men über die Steuer­amt­shil­fe, welch­es der Bun­desrat 2013 unterze­ich­net hat, sowie ein Umset­zungs­ge­setz, welch­es die Voraus­set­zun­gen im schweiz­erisch-inter­nen Recht für den Date­naus­tausch mit dem Aus­land schaf­fen soll. 
All diese Vor­la­gen sollen gemäss Bun­desrat Anfang 2015 in die Vernehm­las­sung gehen [s. swiss­blawg-Beitrag vom 14. Jan. 2015].
Gemäss Bun­desrat soll der AIA für die Schweiz ab Sep­tem­ber 2018 Real­ität wer­den — wobei der Kreis der konkreten AIA-Part­ner­staat­en durch die jet­zige Annahme der MCAA noch nicht präjudiziert sei.  Die Genehmi­gung jedes einzel­nen Ver­tragsstaates wird der Bun­desver­samm­lung (und dem fak. Ref­er­en­dum) vor­be­hal­ten bleiben.
Nach­dem sich die Schweiz am 6. Mai 2014 grund­sät­zlich zur Umset­zung des glob­alen AIA-Stan­dards bekan­nt hat, ist die Teil­nahme an der MCAA ein fol­gerichtiger Schritt. Die Vere­in­barung ste­ht im Ein­klang mit den Ver­hand­lungs­man­dat­en, die der Bun­desrat am 8. Okto­ber 2014 beschlossen hat (EU, USA, weit­ere Staat­en).”[Bun­desrat]
Die OECD würdigt die Entschei­dung des Bun­desrates auf ihrer Home­page als “land­mark deci­sion” und führt die Schweiz in ihrer Liste der (unter­dessen 52) Sig­natarstaat­en der MCAA auf. Die Mehrheit der Unterze­ich­n­er­staat­en gibt an, den AIA per Sep­tem­ber 2017 ein­führen zu wollen.
Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.