Der Bun­des­rat hat am 28. Novem­ber 2014 die ent­spre­chen­de Bot­schaft zur Ände­rung des Zivil­ge­setz­bu­ches (Adop­ti­on) ver­ab­schie­det. Die Stief­kind­ad­op­ti­on soll einem wei­te­ren Kreis von Paa­ren geöff­net wer­den. In Zukunft soll die Adop­ti­on nicht nur Ehe­paa­ren, son­dern auch Paa­ren in einer ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft oder in fak­ti­schen Lebens­ge­mein­schaf­ten offen­ste­hen.

Vor­ge­schla­gen wird auch eine Fle­xi­bi­li­sie­rung der Adop­ti­ons­vor­aus­set­zun­gen. So sol­len das Min­dest­al­ter adop­ti­ons­wil­li­ger Per­so­nen bei der gemein­schaft­li­chen Adop­ti­on und der Ein­zel­ad­op­ti­on von 35 auf 28 Jah­re und die Min­dest­dau­er der Paar­be­zie­hung von 5 auf 3 Jah­re gesenkt wer­den.

Neben der Fle­xi­bi­li­sie­rung der Adop­ti­ons­vor­aus­set­zun­gen will der Bun­des­rat auch das Adop­ti­ons­ge­heim­nis lockern. Leib­li­che Eltern, die ihr Kind zur Adop­ti­on frei­ge­ge­ben haben und spä­ter das Kind suchen oder Infor­ma­tio­nen über ihr Kind erhal­ten möch­ten, sol­len des­sen Per­so­na­li­en in Erfah­rung brin­gen kön­nen – vor­aus­ge­setzt, das voll­jäh­ri­ge oder zumin­dest urteils­fä­hi­ge Adop­tiv­kind hat der Bekannt­ga­be zuge­stimmt. Ist das Kind min­der­jäh­rig, so muss zusätz­lich die Zustim­mung sei­ner Adop­tiv­el­tern vor­lie­gen.

Sabine Herzog

Posted by Sabine Herzog

RA Dr. Sabine Herzog, LL.M, ist Partnerin bei HERZOG SCHÄR AG, Rechtsanwälte in Zürich und ist schwergewichtig in der Prozessführung und in der Nachlassplanung tätig. Zuvor war sie neun Jahre in einer internationalen Anwaltskanzlei in Zürich tätig und arbeitete davor als juristische Sekretärin am Bezirksgericht Horgen und am zürcherischen Handelsgericht. Sie hat an den Universitäten Zürich, Paris Ouest Nanterre La Defense (Frankreich) und der Columbia Law School (LL.M.) studiert und hat an der Universität Luzern im Bereich IPR und Erbrecht promoviert. Sabine Herzog ist Fachanwältin SAV Erbrecht.