Einer Medi­en­mit­tei­lung der Unab­hän­gi­gen Beschwer­de­instanz für Radio und Fern­se­hen (UBI) ist zu ent­neh­men, dass eine Beschwer­de der SVP gegen einen Bei­trag der Nach­rich­ten­sen­dung “HeuteM­or­gen” von Radio SRF 1 gut­ge­hei­ssen wur­de. Im Zen­trum des Bei­trags mit dem Titel “Gro­sse Unter­neh­men keh­ren der Schweiz den Rücken” stand der beab­sich­tig­te Weg­zug von Wea­ther­ford aus der Schweiz. SRF 1 erwähn­te drei­mal (Anmo­de­ra­ti­on zur Sen­dung, Anmo­de­ra­ti­on zum Bei­trag und Bericht selbst), dass die im Febru­ar 2014 ange­nom­me­ne Volks­in­itia­ti­ve “Gegen Mas­sen­ein­wan­de­rung” eine Rol­le für den Weg­zug des Unter­neh­mens gespielt habe. Im Bei­trag fin­de sich aber kein Beleg dafür, dass die Annah­me der Volks­in­itia­ti­ve tat­säch­lich eine wesent­li­che Rol­le für den Weg­zug des Unter­neh­mens gespielt habe. Des­halb sei das Sach­ge­rech­tig­keits­ver­bot ver­letzt.

In der­sel­ben Medi­en­mit­tei­lung wird auf eine Bericht­erstat­tung des “Regio­nal­jour­nals Ost­schweiz” von Radio SRF 1 hin­ge­wie­sen, wel­che das Sach­ge­rech­tig­keits­ver­bot nicht ver­letz­te. Dabei ging es um die Fra­ge, ob eine kri­ti­sche Bericht­erstat­tung auf der Web­sei­te des Ver­eins gegen Tier­fa­bri­ken Schweiz VgT die Per­sön­lich­keit von Novar­tis und Dani­el Vasel­la ver­letzt habe. Das BGer kam damals zum Schluss, dass dies nicht der Fall sei (vgl. die Bericht­erstat­tung auf die­sem Blog). Obwohl die UBI Män­gel bei der Zusam­men­fas­sung der Argu­men­te des BGer und nament­lich bei der Wort­wahl fest­stell­te, hät­ten die­se Män­gel den Gesamt­ein­druck nicht mass­geb­lich beein­träch­tigt.

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.