Mit Datum vom 17. Dezem­ber 2010 hat­te NR Bour­geois­mit par­la­men­ta­ri­scher Initia­ti­ve (Geschäftsnr. 10.538) ver­langt, Lebens­mit­tel vom Cas­sis-de-Dijon-Prin­zip aus­zu­neh­men (vgl. dazu den Kom­mis­si­ons­be­richt der WAK-N vom 25. Febru­ar 2014). Vom 27. Mai bis zum 29. August 2014 fand dazu eine Ver­nehm­las­sung statt (vgl. Vor­ent­wurf und Erläu­tern­der Bericht der WAK-N vom 20. Mai 2014). Am 20. Okto­ber 2014 wur­de der Ergeb­nis­be­richt zur Ver­nehm­las­sung und ver­öf­fent­licht.

Eben­falls am 20. Okto­ber 2014 hat die WAK-N ohne Gegen­stim­me beschlos­sen, die Vor­la­ge (BBl 2014 9673)  defi­ni­tiv anzu­neh­men, ohne wei­te­re Ände­run­gen vor­zu­neh­men. Aus dem Bericht der WAK-N vom 20. Okto­ber 2014:

Für die Mehr­heit der Kom­mis­si­on hat das «Cas­sis-de-Dijon-Prin­zip» im Lebens­mit­tel­be­reich uner­wünsch­te Fol­gen (man­geln­de Trans­pa­renz für die Kon­su­men­ten, Unter­lau­fen der hohen schwei­ze­ri­schen Qua­li­täts­san­sprü­che, Gefähr­dung der qua­li­täts­ori­en­tier­ten Stra­te­gie der Schwei­zer Land­wirt­schaft). Ausser­dem sei­en die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le der THG-Revi­si­on von 2010 nicht bzw. nicht genü­gend
bestä­tigt wor­den, um die Auf­recht­erhal­tung des Prin­zips in die­sem Bereich zu recht­fer­ti­gen.

Der vor­lie­gen­de Geset­zes­ent­wurf stellt für den Lebens­mit­tel­be­reich eine Rück­kehr zum alten System und somit den Aus­schluss der Lebens­mit­tel vom Gel­tungs­be­reich des «Cas­sis-de-Dijon-Prin­zips» dar. Das Son­der­ver­fah­ren für Lebens­mit­tel gemäss Kapi­tel 3a, Abschnitt 2 THG wird damit gegen­stands­los.

Eine Kom­mis­si­ons­min­der­heit bean­tragt, nicht auf die Vor­la­ge ein­zu­tre­ten. Aus ihrer Sicht stellt das «Cas­sis-de-Dijon-Prin­zip» ein wich­ti­ges Mit­tel zur Bekämp­fung der Hoch­preis­in­sel Schweiz und zum Abbau von Han­dels­hemm­nis­sen dar. 

Die Vor­la­ge wird nun vom Natio­nal­rat als Erstrat bera­ten wer­den.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.