Das Eid­ge­nös­si­sche Finanz­de­par­te­ment (EFD) hat die Expa­tria­tes-Ver­ord­nung revi­diert, wel­che auf den 1. Janu­ar 2016 in Kraft gesetzt wer­den soll. Mit die­ser Revi­si­on wird die Per­so­nen­grup­pe der Expa­tria­tes enger defi­niert und wer­den zudem ein­zel­ne Abzü­ge an stren­ge­re Vor­aus­set­zun­gen geknüpft. Die bis­he­ri­gen Abzü­ge blei­ben dem Grund­satz nach erhal­ten. Ziel der Revi­si­on ist es, die Akzep­tanz der Ver­ord­nung zu ver­bes­sern, nach­dem zwei par­la­men­ta­ri­sche Vor­stö­sse deren Abschaf­fung ver­langt hat­ten.

Die Per­so­nen­grup­pe der “Expa­tria­tes” wird inso­fern enger defi­niert, also für die Spe­zia­li­sten mit beson­de­rer beruf­li­cher Qua­li­fi­ka­ti­on eine vor­be­stehen­de Tätig­keit im rei­nen Man­dats­ver­hält­nis (selb­stän­di­ger Erwerb) nicht mehr genügt. Wie bereits bei den lei­ten­den Ange­stell­ten muss in jedem Fall ein Arbeits­ver­trag mit dem ent­sen­den­den aus­län­di­schen Arbeit­ge­ber vor­be­stehen.

Das anstel­len­de Unter­neh­men in der Schweiz muss zudem zum sel­ben Kon­zern gehö­ren wie das Ent­sen­den­de. In den Erläu­te­run­gen ist zudem noch von einer zwin­gen­den „Wie­der­an­stel­lungs­klau­sel“ zugun­sten des ent­sen­den­den Unter­neh­mens die Rede.

Die Abzü­ge wer­den grund­sätz­lich bei­be­hal­ten, aber teil­wei­se ein­ge­schränkt:

So sind zum Bei­spiel nur noch die not­wen­di­gen arbeits­be­ding­ten Kosten für Fahr­ten zwi­schen aus­län­di­schem Wohn­sitz und der Schweiz abzugs­fä­hig, nicht mehr alle „übli­chen Rei­se­ko­sten“. Der Abzug für die ange­mes­se­nen Wohn­ko­sten in der Schweiz wird nur noch dann gewährt, wenn die im Aus­land bei­be­hal­te­nen Woh­nung stän­dig für den Eigen­ge­brauch zur Ver­fü­gung steht (und nicht ver­mie­tet oder unter­ver­mie­tet wird).

Umzugs­ko­sten wer­den nur noch zuge­las­sen, soweit sie in direk­tem Zusam­men­hang mit dem Umzug ste­hen (Möbel­trans­port), wobei den Kan­to­nen ein erheb­li­cher Ermes­sens­spiel­raum ver­blei­ben soll. Kosten für die Pri­vat­schu­le sind neu nur noch abzugs­fä­hig, wenn die Schu­le am Wohn­ort nicht in der Mut­ter­spra­che des Kin­des unter­rich­tet. Der bis­he­ri­ge Pau­schal­ab­zug von CHF 1‘500 soll zudem nur noch unter gewis­sen Bedin­gun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen.

Die Steu­er­vor­tei­le wer­den wie bis­her für eine Ent­sen­de­dau­er von maxi­mal 5 Jah­ren gewährt.

Per­so­nen, wel­che am 1. Janu­ar 2016 steu­er­lich bereits als Expa­tria­tes aner­kannt sind, behal­ten ihren Sta­tus bis zum Ende der befri­ste­ten Tätig­keit bei, wer­den aber nach der neu­en (ver­schärf­ten) Ver­ord­nung besteu­ert.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.