Im Kan­ton Bern wur­de die Pra­xis für die Ein­tra­gung der unmit­tel­ba­ren Grund­pfand­rech­te mit Rang­pri­vi­lig geän­dert, wie Law​blogs​witz​er​land​.ch berich­tet. Die­se Anpas­sung beruht auf einer Revi­si­on des kan­to­na­len Geset­zes betref­fend die Hand­än­de­rungs­steu­er (HG).

Auf­grund der Geset­zes­än­de­rung kann bei einem Grund­stücks­kauf die Hand­än­de­rungs­steu­er gestun­det wer­den, aller­dings wird im Grund­buch ein gesetz­li­ches Pfand­recht mit Rang­pri­vi­leg ein­ge­tra­gen.

Der Blog kom­men­tiert die Pra­xis­än­de­rung:

Unmit­tel­bar bedeu­tet dies, dass das Grund­pfand­recht auch ohne Ein­trag im Grund­buch besteht. Die Tat­sa­che, dass das Pfand­recht innert einer bestimm­ten Frist im Grund­buch nach­ge­tra­gen wer­den muss, um gewis­se Wir­kun­gen zu ent­fal­ten, ändert dar­an nichts. 

Rang­pri­vi­leg bedeu­tet, dass es allen ande­ren (ins­be­son­de­re den ver­trag­li­chen) Grund­pfand­rech­ten vor­geht. Sol­che Grund­pfand­rech­te sind auf Stu­fe Bund ins­be­son­de­re Art. 808 Abs. 3 ZGB, Art. 810 Abs. 2 ZGB und Art. 819 Abs. 1 ZGB. Im Kan­ton Bern sind die Art. 109 ff. EG ZGB/BE zu beach­ten.

Um das Rang­pri­vi­leg zum Aus­druck zu brin­gen, wer­den sol­che Pfand­rech­te nun jeweils in der Pfand­stel­le Null ein­ge­tra­gen. Dies im Gegen­satz zur frü­he­ren Rege­lung, nach wel­cher die­se Grund­pfand­rech­te jeweils in der näch­sten frei­en Pfand­stel­le ein­ge­tra­gen wur­den.

Juana Vasella

Posted by Juana Vasella

RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.