Urteil 4A_489/2014 vom 20. Febru­ar 2016 betrifft einen Schlit­tel­un­fall, bei dem zwei Mäd­chen auf einem gemie­te­ten Holz­schlit­ten abends auf einem beleuch­te­ten Nacht­schlit­tel­weg in einer Rechts­kur­ve vom Weg abka­men und über das am Rand der Piste ange­brach­te Stock­netz hin­aus fuh­ren. Ein Mäd­chen schlug mit dem Kopf an der Wand des sich dahin­ter befind­li­chen Stal­les auf und erlitt dabei ein schwe­res Schä­del­hirn­trau­ma. Sei­ne Haf­tungs­kla­ge gegen die Betrei­ber­ge­sell­schaft der Berg­bahn wur­de von allen Instan­zen abge­wie­sen.

Das Bun­des­ge­richt hielt ins­be­son­de­re fest, dass die von der Schwei­ze­ri­schen Kom­mis­si­on für Unfall­ver­hü­tung auf Schnee­sport­ab­fahr­ten aus­ge­ar­bei­te­ten Richt­li­ni­en für Anla­ge, Betrieb und Unter­halt von Schnee­sport­ab­fahr­ten (SKUS-Richt­li­ni­en) und die vom Schwei­ze­ri­schen Ver­band der Seil­bahn­un­ter­neh­mun­gen her­aus­ge­ge­be­nen Richt­li­ni­en (SBS-Richt­li­ni­en) die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nicht nur bezüg­lich Ski­pi­sten kon­kre­ti­sie­ren, son­dern auch betref­fend Schlit­tel­bah­nen her­an­zu­zie­hen sind (E. 5.4). Da sich der Unfall sie­ben Meter neben dem Pisten­rand und damit ausser­halb der gemäss den Richt­li­ni­en zu sichern­den zwei Meter brei­ten Rand­be­reich ereig­net hat­te, ver­nein­te das Bun­des­ge­richt das Vor­lie­gen der Haf­tungs­vor­aus­set­zun­gen (E. 6.1).

Roland Bachmann

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Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).