Kürz­lich hat der Bun­des­rat die Bot­schaft zur Teil­re­vi­si­on des Mehr­wert­steu­er­ge­set­zes (MWSTG) zuhan­den des Par­la­ments ver­ab­schie­det. Die Teil­re­vi­si­on betrifft nament­lich die Berei­che Steu­er­pflicht, Steu­er­sät­ze und -aus­nah­men, sowie Ver­fah­ren und den Daten­schutz.

Für den Bun­des­rat zen­tral ist die Besei­ti­gung mehr­wert­steu­er­be­ding­ter Wett­be­werbs­nach­tei­le von inlän­di­schen Unter­neh­men gegen­über ihren aus­län­di­schen Kon­kur­ren­ten. Für die Mehr­zahl der inlän­di­schen Unter­neh­men soll die Teil­re­vi­si­on des MWSTG steu­er­lich kei­ne wesent­li­chen Ände­run­gen brin­gen.

Zur Reduk­ti­on MWSt-beding­ter Wett­be­werbs­nach­tei­le der inlän­di­schen Unter­neh­men gegen­über ihren aus­län­di­schen Kon­kur­ren­ten hebt der Bund­e­rat zwei Berei­che her­vor:

  • Die Aus­wei­tung der Steu­er­pflicht von aus­län­di­schen Unter­neh­men im Inland und
  • Die Aus­wei­tung der Steu­er­pflicht im Bereich Online­han­del.

Dar­über hin­aus sol­len ver­schie­de­ne Berei­che “prä­zi­siert” oder ver­ein­facht wer­den, w.z.B.:

  • Abschaf­fung des fik­ti­ven Vor­steu­er­ab­zugs für Kunst­ge­gen­stän­de, Anti­qui­tä­ten und Samm­lungs­stücke (neu: Mar­gen­be­steue­rung);
  • Reduk­ti­on des Steu­er­sat­zes für Online-Aus­ga­ben von Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten;
  • Gewis­se Ver­ein­fa­chun­gen und Erleich­te­run­gen für Gemein­we­sen und Sozi­al­ver­si­che­run­gen.

Der Bun­des­rat ver­an­schlagt die jähr­li­chen vor­la­ge­be­ding­ten Mehr­ein­nah­men auf ins­ge­samt rund 68 Mio. Fran­ken. Davon sol­len rund 40 Mio. Fran­ken auf die Neu­re­ge­lung der Steu­er­pflicht aus­län­di­scher Unter­neh­men ent­fal­len und 30 Mio. Fran­ken auf Mehr­ein­nah­men aus Mar­gen­be­steue­rung für Kunst­ge­gen­stän­de, Samm­lungs­stücke und Anti­qui­tä­ten.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.