Der Bun­des­rat (BR) hat das Ver­nehm­las­sungs­er­geb­nis zur Unter­neh­mens­steu­er­re­form III zur Kennt­nis genom­men und im Hin­blick auf die Bot­schaft zuhan­den des Par­la­ments sei­ne Grund­satz­ent­schei­de zur Sache kom­mu­ni­ziert. Er beauf­tragt das Eid­ge­nös­si­sche Finanz­de­par­te­ment (EFD), die Bot­schaft bis Juni 2015 aus­zu­ar­bei­ten, unter ande­rem mit den fol­gen­den Eck­wer­ten:

Die Abschaf­fung der kan­to­na­len Steu­er­re­gimes für Hol­ding-, Domi­zil- und gemisch­te Gesell­schaf­ten steht eben­so ausser Fra­ge wie die Pra­xis­an­pas­sung zur inter­na­tio­na­len Steu­er­ausschei­dung bei  Prin­zi­pal­ge­sell­schaf­ten und wie die Auf­he­bung der Pra­xis zur Swiss Finan­ce Branch.

Die Lizenz­box auf kan­to­na­ler Ebe­ne bleibt ein wich­ti­ges Ele­ment zur Kom­pen­sa­ti­on der Steu­er­aus­fäl­le, wobei bzgl. Defi­ni­ti­on die­ses Pri­vi­legs die jüng­sten inter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen noch berück­sich­tigt wer­den sol­len (OECD/G20: ‘Modi­fied Nexus Approach for IP Regimes’). Zusätz­lich sol­len die Kan­to­ne auch die Mög­lich­keit erhal­ten, For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­wen­dun­gen mit­tels eines erhöh­ten Abzugs zu berück­sich­ti­gen. Ausser­dem soll das EFD prü­fen, ob eine soge­nann­te Ton­na­ge Tax ein­zu­füh­ren ist.

Auf­grund brei­ter Ableh­nung will der Bun­des­rat dar­auf ver­zich­ten, pri­va­te Kapi­tal­ge­win­ne (aus Wert­schrif­ten­ver­kauf) neu der Ein­kom­mens­steu­er zu unter­wer­fen. Im Gegen­zug soll der Steu­er­ab­zug für die Ver­zin­sung von über­durch­schnitt­lich hohem Eigen­ka­pi­tal (Notio­nal Inte­rest), wel­cher mit hohen Steu­er­aus­fäl­len ver­bun­den gewe­sen wäre, eben­falls nicht wei­ter­ver­folgt wer­den.

Die Kan­to­ne sol­len wie geplant geziel­te Erleich­te­run­gen bei der Kapi­tal­steu­er ein­füh­ren dür­fen (Redu­zier­te Besteue­rung jenes Eigen­ka­pi­tals wel­ches im Zusam­men­hang mit Betei­li­gun­gen, Imma­te­ri­al­gü­ter­rech­ten oder Dar­le­hen an Kon­zern­ge­sell­schaf­ten steht; kei­ne eigent­li­che Abschaf­fung der kan­to­na­len Kapi­tal­steu­er).

Die Mass­nah­men zur Stär­kung der steu­er­recht­li­chen Syste­ma­tik sol­len im wesent­li­chen wei­ter­ver­folgt wer­den. Dazu gehö­ren die Abschaf­fung der Emis­si­ons­ab­ga­be auf Eigen­ka­pi­tal sowie eine umfas­sen­de Rege­lung zur Auf­deckung stil­ler Reser­ven (u.a. betr. steu­erneu­tra­le Rea­li­sa­ti­on von steu­er­pri­vi­le­giert geschaf­fe­nen Reser­ven bei Auf­ga­be des Sta­tu­s­pri­vi­legs). Die vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen beim Betei­li­gungs­ab­zug sowie bei der Ver­lust­ver­rech­nung sol­len gemäss Bun­des­rat dage­gen hier nicht mehr wei­ter­ver­folgt wer­den.

Wei­ter soll die Ent­la­stung bei der Teil­be­steue­rung von Divi­den­den für Bund und Kan­to­ne ver­ein­heit­licht und auf 30% begrenzt wer­den. Die heu­ti­ge Min­dest­be­tei­li­gungs­quo­te von 10% soll bestehen blei­ben.

Die vom Bun­des­rat in der Ver­nehm­las­sung vor­ge­schla­ge­nen finanz­po­li­ti­schen Mass­nah­men zur Unter­stüt­zung der Kan­to­ne (ver­ti­ka­le und hori­zon­ta­le Aus­gleichs­mass­nah­men) sol­len auf­grund brei­ter Zustim­mung mit mini­ma­len Anpas­sun­gen in die Bot­schaft ein­flie­ssen (u.a. Erhö­hung des Kan­tons­an­teils am Ergeb­nis der direk­ten Bun­des­steu­er von heu­te 17% auf neu 20,5%).

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.