Am 11. Dezem­ber 2009 reich­te der dama­li­ge Natio­nal­rat Fabio Aba­te eine par­la­men­ta­ri­sche Initia­ti­ve ein und for­der­te eine Anpas­sung des SchKG mit dem Ziel, unge­recht­fer­tig­te Betrei­bun­gen rascher und ein­fa­cher löschen zu kön­nen. Die Kom­mis­si­on für Rechts­fra­gen des Natio­nal­ra­tes hat nun einen Vor­schlag für eine Geset­zes­än­de­rung und einen Bericht aus­ge­ar­bei­tet.

Die Kom­mis­si­on aner­kennt im Bericht, dass ein Ein­trag im Betrei­bungs­re­gi­ster gewich­ti­ge Nach­tei­le für den Betrie­be­nen mit sich brin­gen kann. Nach Ansicht der Kom­mis­si­on sind die unter gel­ten­dem Recht zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel gegen eine unge­recht­fer­tig­te Betrei­bung unge­eig­net, zu auf­wen­dig oder ris­kant. Die Kom­mis­si­on schlägt daher drei Ände­run­gen des SchKG vor, um den Schutz betrof­fe­ner Per­so­nen vor den nach­tei­li­gen Aus­wir­kun­gen unge­recht­fer­tig­ter Betrei­bun­gen zu erhö­hen: 

  • Erstens sol­len (auf Gesuch des Betrie­be­nen) Betrei­bun­gen bei Vor­lie­gen bestimm­ter Vor­aus­set­zun­gen Drit­ten nicht mehr zur Kennt­nis gebracht wer­den (Art. 8b E-SchKG). 
  • Zwei­tens soll die betrie­be­ne Per­son – anders als im gel­ten­den Recht – auch über die Rechts­vor­schlags­frist hin­aus die Beweis­mit­tel der betrei­ben­den Per­son ein­se­hen kön­nen (Art. 73 Abs. 1 E-SchKG). 
  • Drit­tens soll die restrik­ti­ve Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts, wonach Kla­gen nach Art. 85a SchKG nur im Fall von Betrei­bun­gen zuge­las­sen wer­den, gegen wel­che kein Rechts­vor­schlag erho­ben wur­de, kor­ri­giert wer­den.

Zudem soll die Frist für das Fort­set­zungs­be­geh­ren auf sechs Mona­te ver­kürzt wer­den (Art. 88 Abs. 2 E-SchKG). 

Die Revi­si­on ist aller­dings umstrit­ten: eine Min­der­heit der Kom­mis­si­on hält die Revi­si­on für unnö­tig und bean­tragt Nicht­ein­tre­ten. Eine wei­te­re Min­der­heit will auf Art. 8b E-SchKG ver­zich­ten.

Lukas Wiget

Posted by Lukas Wiget

RA Dr. Lukas Wiget, LL.M, ist als Rechtsanwalt bei Blum&Grob Rechtsanwälte AG tätig. Nach dem Studium an der Universität Zürich arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, später am Bezirksgericht Horgen und in einer grösseren Zürcher Wirtschaftskanzlei. Das LL.M.-Studium absolvierte er in Sydney an der University of New South Wales.