Der Bun­des­rat hat die Ver­nehm­las­sung zur Revi­si­on sei­ner Ver­ord­nung über die Gewäh­rung von Steu­er­erleich­te­run­gen im Rah­men der Regio­nal­po­li­tik (VO BRP) eröff­net. Damit sol­len die Vor­aus­set­zun­gen für Steu­er­erleich­te­run­gen im Zusam­men­hang mit der Regio­nal­po­li­tik von Bund und Kan­to­nen restrik­ti­ver gestal­tet und die Höhe der Steu­er­erleich­te­run­gen betrags­mä­ssig beschränkt wer­den. Zweck der Revi­si­on ist es, die Akzep­tanz die­ses För­de­rungs­in­stru­ments im In- und Aus­land zu stär­ken.

Eben­falls ange­passt wird die Aus­füh­rungs­ver­ord­nung des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ments für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF), wor­in die Anwen­dungs­ge­bie­te bis Gemein­de­stu­fe kon­kret auf­li­stet sind (Ver­ord­nung des WBF über die Fest­le­gung der zu Anwen­dungs­ge­bie­ten für Steu­er­erleich­te­run­gen gehö­ren­den Gemein­den / WBF-Peri­me­ter­ver­ord­nung). Die­se wur­de den Kan­to­nen zur Anhö­rung unter­brei­tet. Noch in Bear­bei­tung ist eine neue WBF-Ver­ord­nung, wel­che die Umset­zung des neu­en Rechts im Detail regelt, ins­be­son­de­re in den unten genann­ten drei Berei­chen (WBF-Anwen­dungs­ver­ord­nung; noch nicht publi­ziert).

Das zugrun­de lie­gen­de Bun­des­ge­setz über die Regio­nal­po­li­tik vom 6. Okto­ber 2006 (BRP; früher:„Lex Bon­ny“) sowie die rele­van­ten Steu­er­erlas­se des Bun­des (DBG; StHG) blei­ben unan­ge­ta­stet. Die aktu­el­le Revi­si­on zielt pri­mär auf drei Berei­che:

1.) Reduk­ti­on der geo­gra­fi­schen Anwen­dungs­ge­bie­te (Art. 3 VO BRP; WBF-Peri­me­ter­ver­ord­nung)

Die [geo­gra­fi­schen] Anwen­dungs­ge­bie­te sol­len in Zukunft neben der Struk­tur­schwä­che die Raum­ent­wick­lungs­po­li­tik des Bun­des und der Kan­to­ne berück­sich­ti­gen. Unter Bei­be­hal­tung des bis­he­ri­gen Bevöl­ke­rungs­an­teils von zehn Pro­zent, soll sich der Peri­me­ter an regio­na­len Zen­tren in struk­tur­schwa­chen Regio­nen […] ori­en­tie­ren.
Im Resul­tat wird die Liste der för­de­rungs­wür­di­gen Gemein­den deut­lich kür­zer.

2.) Ein­füh­rung einer betrags­mä­ssi­gen Ober­gren­ze (Art. 11 VO BRP)

Anstel­le des heu­ti­gen Pro­zent­sat­zes zur Fest­le­gung der Bun­des­steu­er­erleich­te­rung soll in Zukunft ein im Vor­aus defi­nier­ter Höchst­be­trag pro Arbeits­platz bestimmt wer­den. Mit der vor­ge­se­he­nen Ober­gren­ze wird gewähr­lei­stet, dass gewähr­te Steu­er­erleich­te­run­gen immer in einem Ver­hält­nis zu den geschaf­fe­nen oder erhal­te­nen Arbeits­plät­zen ste­hen. 

Der Höchst­be­trag für Steu­er­erlei­che­run­gen pro Arbeits­platz soll neu max. CHF 143‘188 betra­gen. In Zusam­men­hang mit einer Bun­des­steu­er­erleich­te­rung sol­len Höchst­be­trä­ge auch auf kan­to­na­ler Ebe­ne ein­ge­führt wer­den.

3.) Ver­bes­se­rung von Trans­pa­renz und jähr­li­cher Über­prüf­bar­keit

Zur Ver­bes­se­rung der Trans­pa­renz gegen­über der Öffent­lich­keit hat die Auf­sichts­be­hör­de (SECO) jähr­lich die Namen der betref­fen­den Unter­neh­men, die Grö­ssen­ord­nung des [ex ante / gem. Antrag fest­ge­leg­ten] Höchst­be­tra­ges der jewei­li­gen Steu­er­erleich­te­rung sowie die Grö­ssen­ord­nung der [gemäss Antrag] neu geschaf­fe­nen Arbeits­plät­ze zu publi­zie­ren (Art. 18 VO BRP). Die für die Gewäh­rung der Erleich­te­run­gen mass­ge­ben­de Zahl der neu geschaf­fe­nen Arbeits­plät­ze muss zudem von der Revi­si­ons­stel­le der betref­fen­den Unter­neh­men jähr­lich über­prüft und bestä­tigt wer­den (Art. 17 VO BRP).

Die Ver­nehm­las­sung dau­ert bis zum 8. Juli 2015. Die bun­des­rät­li­che Ver­ord­nung soll vor­aus­sicht­lich am 1. Juli 2016 zusam­men mit den bei­den WBF-Aus­füh­rungs­ver­ord­nun­gen in Kraft tre­ten.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.