Im vor­lie­gen­den Ent­scheid äusser­te sich das Bun­des­ge­richt zu den Anfor­de­run­gen an ein Betrei­bungs­be­geh­ren. Es ent­schied, dass Gläu­bi­ger nicht gehal­ten sind, ein For­mu­lar zu ver­wen­den, und dass die Gestal­tung des Zah­lungs­be­fehls eben­falls kei­nen Ein­fluss auf die Anfor­de­run­gen an ein Betrei­bungs­be­geh­ren hat. Mass­geb­lich für Form und Inhalt eines Betrei­bungs­be­geh­rens ist und bleibt Art. 67 SchKG.

Grund­la­ge bil­de­te fol­gen­der Sach­ver­halt: Das Betrei­bungs­amt hat­te ein Betrei­bungs­be­geh­ren – wel­ches aus drei For­de­run­gen bestand, wobei zwei For­de­run­gen noch wei­ter auf­ge­schlüs­selt wur­den – nicht akzep­tiert, weil das Bun­des­amt für Justiz in der gesam­ten Schweiz ein­heit­li­che Zah­lungs­be­feh­le und Kon­kur­san­dro­hun­gen vor­sieht, bei wel­chen maxi­mal zehn For­de­run­gen auf­ge­führt wer­den kön­nen und bei denen die Län­ge der ersten For­de­rung auf 640 Zei­chen und die Län­ge der rest­li­chen For­de­run­gen auf 80 Zei­chen begrenzt ist. Zudem kann bei die­sen Vor­la­gen je For­de­rung nur ein Zins ange­ge­ben wer­den und Anzah­lun­gen sind nicht mehr auf­zu­füh­ren, son­dern direkt von der For­de­rung abzu­zie­hen.

Das Bun­des­ge­richt nahm den Ent­scheid zum Anlass, um die all­ge­mei­nen Anfor­de­run­gen an ein Betrei­bungs­be­geh­ren dar­zu­le­gen und dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Gläu­bi­ger nicht zwin­gend Betrei­bungs­for­mu­la­re ver­wen­den müs­sen (E. 2). Zudem ent­schied es, dass weder die erlas­se­nen Bestim­mun­gen zu elek­tro­ni­schen Ein­ga­ben (Art. 33a SchKG, Art. 14 VeÜ-ZSSV) noch die Wei­sung der Dienst­stel­le Ober­auf­sicht für Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs Nr. 2 vom 15. April 2014 zum Zah­lungs­be­fehl zur Fol­ge haben, dass nebst den Anfor­de­run­gen von Art. 67 SchKG zusätz­li­che Anfor­de­run­gen an ein Betrei­bungs­be­geh­ren gestellt wer­den könn­ten (E. 3.2.1).

Lukas Wiget

Posted by Lukas Wiget

RA Dr. Lukas Wiget, LL.M, ist als Rechtsanwalt bei Blum&Grob Rechtsanwälte AG tätig. Nach dem Studium an der Universität Zürich arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, später am Bezirksgericht Horgen und in einer grösseren Zürcher Wirtschaftskanzlei. Das LL.M.-Studium absolvierte er in Sydney an der University of New South Wales.