Die Schweiz und Gre­na­da haben am 19. Mai 2015 in Lon­don ein Steu­er­in­for­ma­ti­ons­ab­kom­men (SIA) unter­zeich­net. Bevor es in Kraft tre­ten kann, muss es vom Par­la­ment geneh­migt wer­den. Es unter­liegt dem fakul­ta­ti­ven Refe­ren­dum. Aus der heu­ti­gen Medi­en­mit­tei­lung des Bun­des­ra­tes (BR):

Die Schweiz hat bis­her acht SIA unter­zeich­net. Die Abkom­men mit Jer­sey, Guern­sey und der Insel Man sind in Kraft und kön­nen seit dem 1. Janu­ar 2015 ange­wen­det wer­den. Die Abkom­men mit Andor­ra, Grön­land, San Mari­no und den Sey­chel­len wur­den am 20. März 2015 durch das Par­la­ment geneh­migt und dürf­ten unter Refe­ren­dums­vor­be­halt im Herbst 2015 in Kraft tre­ten. Ver­hand­lun­gen mit wei­te­ren inter­es­sier­ten Juris­dik­tio­nen sind im Gang.

Seit April 2012 ver­folgt der BR offi­zi­ell die Poli­tik, den inter­na­tio­na­len Amts­hil­fe­st­an­dard im Sin­ne von Art. 26 des OECD-Muster­ab­kom­mens auch mit jenen Län­dern zu ver­ein­ba­ren, mit wel­chen noch kein eigent­li­ches Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA) besteht. Zu die­sem Zweck wer­den so genann­te Steu­er­in­for­ma­ti­ons­ab­kom­men (SIA oder Tax Infor­ma­ti­on Exchan­ge Agree­ments: TIEA) abge­schlos­sen. DBA und SIA sind prin­zi­pi­ell gleich­wer­ti­ge Instru­men­te für die Rea­li­sie­rung einer OECD-stan­dard­kon­for­men Amts­hil­fe, wobei sich ein SIA aus­drück­lich auf die Amts­hil­fe auf Ersu­chen beschränkt und die­se etwas detail­lier­ter regelt als Art. 26 OECD-MA im Rah­men eines DBA.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.