Der Bun­des­rat hat am 27. Mai 2015 eine Bot­schaft zur Teil­re­vi­si­on des Miet­rech­tes ver­ab­schie­det.

Die beab­sich­tig­te Teil­re­vi­si­on beinhal­tet fol­gen­de Ände­run­gen:

  • Bei einem Mie­ter­wech­sel soll mit­tels eines For­mu­lars der bis­he­ri­ge Miet­zins bekannt­ge­ge­ben und eine all­fäl­li­ge Miet­zins­er­hö­hung begrün­det wer­den. Die heu­te bereits in sie­ben Kan­to­nen (Nid­wal­den, Zug, Fri­bourg, Waadt, Neu­en­burg, Genf und Zürich) gel­ten­de Pra­xis soll neu schweiz­weit gel­ten. Das Recht des Mie­ters zur Anfech­tung des Anfangs­miet­zin­ses bleibt unver­än­dert. Wie bereits gestützt auf das gel­ten­de Recht (Art. 270 Abs. 2 OR) sowie die Recht­spre­chung (BGE 117 Ia 328, E. 3) soll die Pflicht zur Begrün­dung einer all­fäl­li­gen Miet­zins­er­hö­hung mit­tels For­mu­lar ledig­lich für Wohn­räu­me und bei gemisch­ten Ver­trä­gen, die sowohl eine Wohn- als auch eine Geschäfts­nut­zung umfas­sen, nicht aber für die rei­ne Geschäfts­raum­mie­te gel­ten.
  • Die Zustän­dig­keit für den Erlass und für die Geneh­mi­gung von miet­recht­li­chen For­mu­la­ren (auch betref­fend die­je­ni­gen bei Miet­zins­er­hö­hun­gen wäh­rend der Ver­trags­dau­er sowie bei Kün­di­gun­gen) soll von den Kan­to­nen an den Bund über­tra­gen wer­den.
  • Bei Miet­zins­er­hö­hun­gen und bei Anpas­sun­gen von Akon­to­be­trä­gen für Neben­ko­sten sol­len neu auch Fak­si­mi­le-Unter­schrif­ten ver­wen­det wer­den kön­nen. Bei gestaf­fel­ten Miet­zin­sen soll für die Mit­tei­lung von Miet­zins­er­hö­hun­gen die schrift­li­che Form genü­gen und kein For­mu­lar mehr benutzt wer­den müs­sen. Schliess­lich sol­len Miet­zins­er­hö­hun­gen wegen wert­ver­meh­ren­der oder ener­ge­ti­scher Ver­bes­se­run­gen frü­he­stens nach Ablauf eines Jah­res seit Beginn des Miet­ver­hält­nis­ses wirk­sam wer­den kön­nen, wenn sie nicht vor Ver­trags­ab­schluss schrift­lich ange­kün­digt wor­den sind.

Martin Rauber

Posted by Martin Rauber

RA Dr. Martin Rauber, LL.M, arbeitet als Rechtsanwalt bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Zuvor wirkte er als juristischer Sekretär am Bezirksgericht Horgen, wo er heute als nebenamtlicher Ersatzrichter im Einsatz steht. Er studierte an der Universität Freiburg i.Ue., der Université Libre de Bruxelles sowie an der University of Edinburgh (LL.M. Commercial Law).