Die Pens­Flex-Sam­mel­stif­tung bie­tet ihren Ver­si­cher­ten für die ausser­ob­li­ga­to­ri­sche beruf­li­che Vor­sor­ge Lösun­gen mit grund­sätz­lich frei wähl­ba­rer, der indi­vi­du­el­len Risi­ko­fä­hig­keit ange­pass­ter Anla­ge­stra­te­gie an. Die Zen­tral­schwei­zer BVG- und Stif­tungs­auf­sicht (ZBSA) führ­te eine Ange­mes­sen­heits­prü­fung der Anla­ge­stra­te­gi­en durch.

In einer Ver­fü­gung stell­te die ZBSA fest, die indi­vi­du­el­len Anla­ge­stra­te­gi­en sei­en jeweils vor­gän­gig durch den Exper­ten für beruf­li­che Vor­sor­ge auf deren Ange­mes­sen­heit hin zu über­prü­fen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und das Bun­des­ge­richt bestä­tig­ten die­se Ver­fü­gung und wie­sen die Beschwer­den der Pens­Flex-Sam­mel­stif­tung ab (Urteil 9C_486/2014 vom 21. Mai 2015).

Das Bun­des­ge­richt hat­te zu prü­fen, ob zu Recht eine Vor­ab-Prü­fung jeder ein­zel­nen Anla­ge­stra­te­gie auf ihre Ange­mes­sen­heit hin ver­langt wur­de oder die Prü­fung ledig­lich des Anla­ge­mo­dells den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen genügt (E. 3).

Das Bun­des­ge­richt hielt zunächst fest, mit dem drit­ten Paket der ersten BVG-Revi­si­on sei die freie Wahl der Anla­ge­stra­te­gie gesetz­lich ver­an­kert wor­den (E. 5.1). Die Grund­sät­ze der beruf­li­chen Vor­sor­ge müss­ten jedoch auch bei fle­xi­bi­li­sier­ten Anla­ge­mo­del­len ein­ge­hal­ten wer­den (E. 6.5). Ins­be­son­de­re sei­en die Grund­sät­ze der Ange­mes­sen­heit, der Kol­lek­ti­vi­tät, der Gleich­be­hand­lung, der Plan­mä­ssig­keit sowie das Ver­si­che­rungs­prin­zip ein­zu­hal­ten (E. 5.1 und 5.2).

In Nach­ach­tung des Kol­lek­ti­vi­täts­prin­zips dür­fe eine Vor­sor­ge­ein­rich­tung der zwei­ten Säu­le nicht der­art vie­le Anla­ge­stra­te­gi­en anbie­ten, dass dar­aus prak­tisch eine Indi­vi­dua­li­sie­rung der Vor­sor­ge­gut­ha­ben der ein­zel­nen Ver­si­cher­ten resul­tiert (E. 5.2). Damit das Erfor­der­nis der Ange­mes­sen­heit ein­ge­hal­ten wird, muss ein Vor­sor­ge­plan von vorn­her­ein so kon­zi­piert wer­den, dass die zu erwar­ten­den Lei­stun­gen die gesetz­li­chen Bedin­gun­gen erfül­len. Dies gilt nicht nur für den kon­kre­ten Plan, son­dern auch für all­fäl­li­ge Kom­bi­na­tio­nen ver­schie­de­ner Plä­ne (E. 6.2). Das Erfor­der­nis einer Vor­ab­prü­fung jeder ein­zel­nen Stra­te­gie durch den Exper­ten ist daher gemäss Bun­des­ge­richt weder unan­ge­mes­sen noch sonst­wie bun­des­rechts­wid­rig (E. 6.5).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).