Per 1. Juli 2015 ist eine Teil­re­vi­si­on der Preis­be­kannt­ga­be­ver­ord­nung (PBV) in Kraft getre­ten. Die Ände­run­gen betref­fen fol­gen­de Punk­te:

  • Art. 10 Abs. 2: geson­der­te Anga­be der Kur­ta­xen 
  • Art. 11a: Art und Wei­se der münd­li­chen Preis­be­kannt­ga­be bei Mehr­wert­dien­sten 
  • Art. 11a­bis: Art und Wei­se der schrift­li­chen Preis­be­kannt­ga­be bei Mehr­wert­dien­sten 
  • Art. 13a Abs. 3 und 4: Preis­be­kannt­ga­be in der Wer­bung für Mehr­wert­dien­ste im Fern­mel­de­be­reich 
  • (Art. 21)

Mit dem neu­en Art. 11a­bis wird für Dienst­lei­stun­gen nach Art. 10 Abs. 1 lit. q PBV (Infor­ma­ti­ons-, Bera­tungs-, Ver­mark­tungs- und Gebüh­ren­tei­lungs­dien­ste) u.a. eine sog. “Button”-Lösung ein­ge­führt. Nach bis­he­ri­gem Recht waren die Kosten für die Inan­spruch­nah­me von Mehr­wert­dien­sten im e-Com­mer­ce in gut sicht­ba­rer und deut­lich les­ba­rer Schrift bekannt­zu­ge­ben. Nach revi­dier­tem Recht muss die Preis­be­kannt­ga­be jedoch unmit­tel­bar auf der Schalt­flä­che erfol­gen hat, mit wel­cher das Ange­bot ange­nom­men wird (Bestä­ti­gungs- oder Okay-Feld), oder — u.U.! — in deren unmit­tel­ba­ren Nähe.

Aus den Erläu­te­run­gen:

[…] Die Preis­be­kannt­ga­be hat unmit­tel­bar auf der Schalt­flä­che zu erfol­gen, auf der das Ange­bot ange­nom­men wird (auf dem sog. Bestä­ti­gungs- oder Okay-Feld). Damit kön­nen die Kosten­pflich­tig­keit und der Preis des Ange­bo­tes auch dann zur Kennt­nis genom­men wer­den, wenn man über Wer­bung auf dem Mobil­te­le­fon für wei­te­re Infor­ma­tio­nen auf eine Inter­net­sei­te ver­wie­sen wird. Drückt man dort bei gewis­sen Anbie­tern auf das Okay-Feld, ris­kiert man anson­sten ein kosten­pflich­ti­ges Abon­ne­ment abzu­schlie­ssen, das man nicht will. […]

Buch­sta­be b sieht […] als Alter­na­ti­ve zu Buch­sta­be a ausser­dem vor, dass der Preis auch in unmit­tel­ba­rer Nähe des Okay-Fel­des ange­ge­ben wer­den darf, wenn auf die­ser Schalt­flä­che selbst der Hin­weis “zah­lungs­pflich­tig bestel­len” oder eine ent­spre­chen­de For­mu­lie­rung ange­bracht ist. Eine ana­lo­ge For­mu­lie­rung wäre bei­spiels­wei­se “ent­gelt­lich bestel­len”. Auch hier gilt die Anfor­de­rung, dass der Preis gut sicht­bar und deut­lich les­bar ange­ge­ben wer­den muss.

Vgl. dazu auch die Aus­füh­run­gen von Lukas Bühl­mann und von
Mar­tin Stei­ger.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.