In der vor­lie­gen­den Aus­ein­an­der­set­zung stan­den sich die Mipa Lacke + Far­ben AG als Klä­ge­rin und die MIPA Bau­ma­tec AG als Beklag­te gegen­über. Die Beklag­te hiess frü­her “Bau­ma­tec MIPA AG”, änder­te ihre Fir­ma aber im Jahr 2011. Die Klä­ge­rin is tzu­dem Lizenz­neh­me­rin für den
schwei­ze­ri­schen Teil der IR-Mar­ke “mipa” für Waren der Klas­se 2 “Far­ben,

Lacke, Farb­stof­fe, Holz­schutz­mit­tel und Rost­lö­se­mit­tel”.

In der Fol­ge ver­bot das Han­dels­ge­richt Aar­gau der Beklag­ten, wei­ter­hin die Fir­ma “MIPA Bau­ma­tec AG” zu füh­ren und ein bestimm­tes Bild­zei­chen (Logo) mit dem Bestand­teil “MIPA” zu ver­wen­den:

Das BGer bestä­tigt das Urteil des HGer AG. Mit Bezug auf Fir­men­recht hielt das HGer AG fol­gen­des fest:

  • die Fir­ma der Klä­ge­rin wird stark durch den Bestand­teil “Mipa” geprägt (beson­ders, weil er wie ein Phan­ta­sie­wort
    aus­ge­spro­chen wer­den kann und nicht als Akro­nym erkenn­bar ist);
  •  die Fir­ma der Beklag­ten über­nimmt die­sen Bestand­teil. Der wei­te­re Bestand­teil “Bau­ma­tec” kann in “Bau-ma-tec” bzw. “Bau­ma-tec” auf­ge­teilt wer­den. Dies lässt “Asso­zia­tio­nen zur Unter­neh­mens­tä­tig­keit” zu (u.a. Han­del mit Bau­ma­te­ria­li­en und -maschi­nen). Die­ses Ele­ment ist daher nicht stark prä­gend.
Unter Berück­sich­ti­gung des teil­wei­se
über­schnei­den­den Kun­den­krei­ses und des in Tei­len glei­chen Zwecks
bestand daher — unab­hän­gig von der geo­gra­phi­schen Distanz — eine erhöh­te
Ver­wechs­lungs­ge­fahr.
Mit Bezug auf Mar­ken­recht wies das BGer zunächst den Ein­wand zurück, “MIPA” sei nur schwach kenn­zeich­nungs­kräf­tig. Sodann bestand Waren­gleich­heit, weil die Beklag­te auf der frag­li­chen Web­site auch Far­ben anbie­tet,
wäh­rend die von der Beschwer­de­geg­ne­rin lizen­zier­te Mar­ke “mipa” unter
ande­rem für Far­ben bean­sprucht wird. Im Ergeb­nis war die Ver­wechs­lungs­ge­fahr auf­grund der Wech­sel­wir­kung zwi­schen der Gleich­heit bzw. Gleich­ar­tig­keit der Pro­duk­te und dem Ähn­lich­keits­grad der frag­li­chen Zei­chen zu beja­hen.
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.