Die Steu­er­in­for­ma­ti­ons­ab­kom­men mit Andor­ra, Grön­land, San
Mari­no und den Sey­chel­len sind in Kraft getre­ten. Sie wer­den auf Sach­ver­hal­te ab
dem 1. Janu­ar 2016 anwend­bar sein.

Gemäss heu­ti­ger Medi­en­mit­tei­lung des Eid­ge­nös­si­schen Finanz­de­par­te­men­tes sind die
Steu­er­in­for­ma­ti­ons­ab­kom­men (SIA; resp. engl.: TIEA, Tax Infor­ma­ti­on Exchan­ge
Agree­ments) nach erfolg­rei­chem Abschluss der jewei­li­gen Rati­fi­zie­rungs­ver­fah­ren
wie folgt in Kraft getre­ten:
  
Andor­ra am 27. Juli 2015, Grön­land am 22. Juli 2015, San
Mari­no
am 20. Juli 2015 und Sey­chel­len am 10. August 2015. Gemäss Wort­laut die­ser
Abkom­men dür­fen die­se neu­en SIA auf alle Amts­hil­fe­er­su­chen ange­wen­det
wer­den, wel­che am oder nach dem Tag ihres jewei­li­gen Inkraft­tre­tens gestellt
wer­den, hin­sicht­lich jener Infor­ma­ti­on über Steu­er­pe­ri­oden, die am oder nach
dem
1. Janu­ar 2016 begin­nen oder, soweit es kei­ne Steu­er­pe­ri­ode gibt,
hin­sicht­lich aller am oder nach dem genann­ten Tag ent­ste­hen­den  Steu­ern
(jeweils Art. 11 Abs. 3 SIATIEA). 
Der Bun­des­rat hat­te am 4. April 2012 
beschlos­sen, den
inter­na­tio­na­len Amts­hil­fe­st­an­dard nicht nur in Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men
(DBA), son­dern auch in Steu­er­in­for­ma­ti­ons­ab­kom­men (TIEA) zu ver­ein­ba­ren. DBA
und TIEA sind grund­sätz­lich gleich­wer­ti­ge Instru­men­te für die Ver­ein­ba­rung
einer stan­dard­kon­for­men Amts­hil­fe­klau­sel. Im Unter­schied zu den DBA, die
prio­ri­tär die Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung regeln und wei­te­re dies­be­züg­li­che
Bestim­mun­gen ent­hal­ten, beschrän­ken sich die TIEA auf den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch
auf Anfra­ge. 
Erst am 11. August 2015 hat­te der Bun­des­rat das SIA / TIEA mit Béli­ze unter­zeich­net. Gemäss Medi­en­mit­tei­lung hat die Schweiz  bis­her 52 DBA und 9 TIEA unter­zeich­net, die
den inter­na­tio­na­len Stan­dard der OECD über den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­sa­chen
erfül­len; davon sind 41 DBA und 7 TIEA in Kraft. 

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.