Die All­ge­mei­ne Pen­si­ons­kas­se der SAir­Group (“APK”) bezweckt die Durch­füh­rung der beruf­li­chen Vor­sor­ge für das Per­so­nal der ehe­ma­li­gen SAir­Group und ihrer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten. Nach dem Zusam­men­bruch der Swis­sair tra­ten prak­tisch alle Ver­si­cher­ten aus der APK aus. Zur Teil­li­qui­da­ti­on erliess der Stif­tungs­rat einen Ver­tei­lungs­plan.

A. war bis Ende 2002 bei der APK und danach bei der Per­so­nal­vor­sor­ge Gate Gour­met Switz­er­land (“PGG”).
Von ihr erhält er seit 2004 eine Alters­ren­te.

Die PGG und die APK tra­fen eine Ver­ein­ba­rung zur kol­lek­ti­ven Über­tra­gung der frei­en Mit­tel aus der Teil­li­qui­da­ti­on. Die frei­en Mit­tel betru­gen 9,4 % der Frei­zü­gig­keits­lei­stung. Nach der Über­tra­gung beschloss der Stif­tungs­rat PGG, die über­tra­ge­nen Mit­tel im Umfang von 8,33 % der jewei­li­gen Frei­zü­gig­keits­lei­stung indi­vi­du­ell zu ver­tei­len und den rest­li­chen Betrag als kol­lek­ti­ve Wert­schwan­kungs­re­ser­ve zurück­zu­be­hal­ten.

A. bean­stan­de­te das Vor­ge­hen beim Amt für beruf­li­che Vor­sor­ge und Stif­tun­gen des Kan­tons Zürich (“BVS”) und ver­lang­te die indi­vi­du­el­le Ver­tei­lung sämt­li­cher Mit­tel. Das BVS befand hin­ge­gen, dass das Vor­ge­hen der PGG recht­mä­ssig war, wor­auf A. Kla­ge ein­lei­te­te. Das Sozi­al­ver­si­che­rungs­ge­richt des Kan­tons Zürich wies die Kla­ge ab. Das Bun­des­ge­richt hob den Ent­scheid des Sozi­al­ver­si­che­rungs­ge­richts auf, trat auf die Kla­ge von A. nicht ein und wies des­sen Beschwer­de ab (Urteil 9C_182/2015 vom 5. Okto­ber 2015).

Das Bun­des­ge­richt erkann­te, dass der Streit­ge­gen­stand auf dem Beschwer­de­weg beur­teilt wer­den müs­se und nicht durch das Sozi­al­ver­si­che­rungs­ge­richt auf dem Kla­ge­weg (E. 3.4). Im vor­lie­gen­den Fall bil­de die Ver­wen­dung zuge­flos­se­ner Mit­tel durch die PGG den Ver­fah­rens­ge­gen­stand (E. 2.2).

Gemäss bun­des­ge­richt­li­cher Recht­spre­chung ist der Kla­ge­weg nach Art. 73 BVG aus­ge­schlos­sen und statt­des­sen der auf­sichts­recht­li­che Beschwer­de­weg ein­zu­schla­gen, wenn die Aus­rich­tung einer rei­nen Ermes­sens­lei­stung Gegen­stand des Ver­fah­rens bil­det (E. 3.2.2). Die Ver­wen­dung der frei­en Mit­tel im Rah­men der regle­men­ta­ri­schen Bestim­mun­gen ste­he grund­sätz­lich im Ermes­sen des Stif­tungs­ra­tes (E. 3.2.3). Die Fra­ge, ob der Stif­tungs­rat der PGG berech­tigt war, einen Teil der von der APK zuge­flos­se­nen Mit­tel zurück­zu­be­hal­ten, betref­fe weder den Ver­tei­lungs­plan der APK noch des­sen Umset­zung (E. 2.2, 3.2.3 und 3.3).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).