Ein Kon­zern trenn­te sich von ver­schie­de­nen Grup­pen­ge­sell­schaf­ten. Der Anschluss­ver­trag mit der Pen­si­ons­kas­se B. und der C. AG wur­de des­halb auf­ge­löst, wobei die Rent­ner bei der Pen­si­ons­kas­se ver­blie­ben. Der Stif­tungs­rat beschloss eine Teil­li­qui­da­ti­on mit Stich­tag 31. Dezem­ber 2010. Gleich­zei­tig stand fest, dass per 31. Dezem­ber 2011 die Mehr­heit der akti­ven Ver­si­cher­ten aus­tre­ten wür­de und damit die näch­ste Teil­li­qui­da­ti­on bevor­stand. Auf­grund der erwar­te­ten Erhö­hung des Ren­ten­an­teils ver­pflich­te­te sich die B. AG ver­trag­lich, im Anschluss an die Teil­li­qui­da­ti­on per Ende 2010 Zuschüs­se an die Pen­si­ons­kas­se zu lei­sten.

A. bezog von der Pen­si­ons­kas­se eine Ren­te und ersuch­te die Stif­tungs­auf­sicht des Kan­tons Zürich um Über­prü­fung der Teil­li­qui­da­ti­on mit Stich­tag 31. Dezem­ber 2010. Er mach­te im Wesent­li­chen gel­tend, ent­we­der hät­ten anläss­lich der Teil­li­qui­da­ti­on 2010 zusätz­li­che Rück­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den müs­sen oder es wäre ein gerin­ge­rer tech­ni­scher Zins­satz ange­zeigt gewe­sen, wodurch der Deckungs­grad gesun­ken wäre. Der Deckungs­grad sei in der Teil­li­qui­da­ti­ons­bi­lanz per Ende 2010 zu Hoch aus­ge­wie­sen wor­den, was über­höh­te Ansprü­che der aus­tre­ten­den Ver­si­cher­ten zur Fol­ge gehabt habe (Urteil 9C_906/2014 vom 17. Sep­tem­ber 2015, E. 2).

Die Stif­tungs­auf­sicht stell­te hin­ge­gen fest, der Stif­tungs­rat habe einen recht­mä­ssi­gen Ent­scheid gefällt. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt wies die gegen die­sen Ent­scheid erho­be­ne Beschwer­de ab. Das Bun­des­ge­richt hiess dem­ge­gen­über die Beschwer­de des A. gut.

Vor Bun­des­ge­richt war ins­be­son­de­re umstrit­ten, ob und inwie­fern die Pen­si­ons­kas­se zur Bil­dung von Rück­stel­lun­gen ver­pflich­tet war. Das Bun­des­ge­richt leg­te das Rück­stel­lungs­re­gle­ment der Vor­sor­ge­ein­rich­tung aus und stell­te fest, dass eine Pflicht zur Bil­dung von Rück­stel­lun­gen bestand. Die Höhe der Rück­stel­lung lag jedoch grund­sätz­lich im Ermes­sen des Stif­tungs­ra­tes (E. 4.2.3 und 4.2.4).

Bezüg­lich der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Zuschüs­se durch die Arbeit­ge­ber­ge­sell­schaft hielt das Bun­des­ge­richt fest, dass dadurch kein gleich­wer­ti­ger Ersatz für die Bil­dung einer Rück­stel­lung geschaf­fen wor­den sei (E. 4.5). Die ver­trag­li­chen Ansprü­che der Pen­si­ons­kas­se wür­den von der Boni­tät der Arbeit­ge­ber­ge­sell­schaft abhän­gen. Sicher­hei­ten sei­en kei­ne bestellt wor­den und die ver­trag­li­chen Pflich­ten sei­en ins­ge­samt auf zwölf Jah­re befri­stet (E. 4.4.2). Die gesetz­lich erfor­der­li­che Bilan­zie­rung der not­wen­di­gen Rück­stel­lun­gen las­se sich somit nicht durch die ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung mit der B. AG sub­sti­tu­ie­ren (E. 4.4.1).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).