Gestern hat der Bun­des­rat die Bot­schaft zum Abkom­men über den auto­ma­ti­schen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch (AIA) in Steu­er­sa­chen mit der EU ver­ab­schie­det und den eid­ge­nös­si­schen Räten zur Geneh­mi­gung vor­ge­legt. Vom 27. Mai 2015 bis zum 17. Sep­tem­ber 2015 war das Abkom­men Gegen­stand eines Ver­nehm­las­sungs­ver­fah­rens (s. swiss­blawg vom 27.05.2015), wel­ches von einer gro­ssen Mehr­heit der Teil­neh­mer posi­tiv auf­ge­nom­men wur­de. Aus der Medi­en­mit­tei­lung des Bun­des­ra­tes vom 25. Novem­ber 2015: 

“Der glo­ba­le AIA-Stan­dard der OECD wur­de voll­stän­dig in das neue Abkom­men auf­ge­nom­men. Bis­her haben sich rund 100 Län­der, dar­un­ter alle wich­ti­gen Finanz­plät­ze, zur Über­nah­me die­ses glo­ba­len Stan­dards bekannt. Das Abkom­men Schweiz-EU soll am 1. Janu­ar 2017 in Kraft tre­ten, und ab 2018 sol­len die ersten Daten aus­ge­tauscht wer­den, sofern die Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren in der Schweiz und in der EU recht­zei­tig abge­schlos­sen wer­den. Das Abkom­men Schweiz – EU gilt für die Schweiz in Bezug auf alle 28 EU-Mit­glied­staa­ten.

For­mell ist das unter­zeich­ne­te Abkom­men ein Ände­rungs­pro­to­koll, wel­ches das seit 2005 bestehen­de Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men Schweiz – EU ersetzt, jedoch die bestehen­de Quel­len­steu­er­be­frei­ung von grenz­über­schrei­ten­den Zah­lun­gen von Divi­den­den, Zin­sen und Lizenz­ge­büh­ren zwi­schen ver­bun­de­nen Unter­neh­men über­nimmt. Dies ist im Inter­es­se des Schwei­zer Wirt­schafts­stand­or­tes.

In die­sem Zusam­men­hang konn­ten auch beim Markt­zu­gang in den EU–Raum ein­zel­ne Fort­schrit­te erzielt wer­den. Nament­lich konn­ten mit der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on erste explo­ra­to­ri­sche Gesprä­che über die Mög­lich­keit eines sek­to­ri­el­len Finanz­dienst­lei­stungs­ab­kom­mens (FDLA) auf­ge­nom­men wer­den, um des­sen Mach­bar­keit und Eck­wer­te zu klä­ren. Im Zusam­men­hang mit dem vor­lie­gen­den AIA-Abkom­men mit der EU kann auch die Ver­gan­gen­heits­re­gu­la­ri­sie­rung mit den Nach­bar­staa­ten und wich­ti­gen EU-Mit­glied­staa­ten als weit­ge­hend gelöst betrach­tet wer­den. […]”

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.