Der Bun­des­rat hat neue Bestim­mun­gen zur Arbeits­zeit­er­fas­sung erlas­sen, die am 1. Janu­ar 2016 in Kraft tre­ten. Gemäss der Medi­en­mit­tei­lung des Bun­des­ra­tes stellt die Revi­si­on eine Anpas­sung an die Rea­li­tä­ten der heu­ti­gen Arbeits­welt dar.

Die revi­dier­ten Vor­schrif­ten der ArG­V1 sehen vor, dass die Sozi­al­part­ner im Rah­men eines Gesamt­ar­beits­ver­tra­ges und mit schrift­li­cher Zustim­mung der Betrof­fe­nen auf die Pflicht zur Arbeits­zeit­er­fas­sung ver­zich­ten kön­nen. Ein Ver­zicht zur Erfas­sung der Arbeits­zei­ten ist jedoch nur für Arbeit­neh­men­de mög­lich, die kumu­la­tiv

  • über eine gro­sse Auto­no­mie ver­fü­gen,
  • ihre Arbeits­zei­ten mehr­heit­lich sel­ber fest­set­zen kön­nen und
  • ein Jah­res­ein­kom­men von mehr als CHF 120’000 brut­to erzie­len (ein­schliess­lich Bonus).

Ausser­halb eines Gesamt­ar­beits­ver­tra­ges kann eine ver­ein­fach­te Arbeits­zeit­er­fas­sung für Arbeit­neh­men­de ein­ge­führt wer­den, die ihre Arbeits­zeit zu einem nam­haf­ten Teil sel­ber fest­set­zen kön­nen. Gemäss dem erläu­tern­den Bericht ist die­ses Kri­te­ri­um erfüllt, wenn der Arbeit­neh­mer über min­de­stens einen Vier­tel sei­ner Arbeits­zeit sel­ber ver­fü­gen kann. Glei­ten­de Arbeits­zei­ten genü­gen nicht.

Bei der ver­ein­fach­ten Arbeits­zeit­er­fas­sung muss nur die gelei­ste­te täg­li­che Arbeits­zeit erfasst wer­den. Wird Nacht- oder Sonn­tags­ar­beit gelei­stet, sind zusätz­lich Anfang und Ende auf­zu­zeich­nen.

Der Arbeit­ge­ber hat bei der ver­ein­fach­ten Arbeits­zeit­er­fas­sung ein geeig­ne­tes Instru­ment zur Ver­fü­gung zu stel­len, damit Arbeit­neh­men­de ihre Arbeits­ein­sät­ze aus­führ­lich gemäss den Vor­ga­ben von Art. 73 Abs. 1 ArG­V1 doku­men­tie­ren kön­nen. Bei Betrie­ben mit weni­ger als 50 Arbeit­neh­mern ist über­dies ein doku­men­tier­tes End­jah­res­ge­spräch zur Arbeits­be­la­stung zu füh­ren.

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).