Der Bun­des­rat hat in der ver­gan­ge­nen Woche die neue Geld­wä­sche­rei­ver­ord­nung (GwV) ver­ab­schie­det.

Im Febru­ar 2012 ver­öf­fent­lich­te die Grou­pe d’action finan­ciè­re (GAFI) die revi­dier­ten inter­na­tio­na­len Stan­dards zur Bekämp­fung der Geld­wä­sche­rei und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung (GAFI-Emp­feh­lun­gen). Mit dem «Bun­des­ge­setz zur Umset­zung der revi­dier­ten Emp­feh­lun­gen der Grou­pe d’action finan­ciè­re» vom 12. Dezem­ber 2014 pass­te das Par­la­ment diver­se Geset­ze die­sen Stan­dards an. Die beschlos­se­nen Ände­run­gen im Geld­wä­sche­rei­ge­setz (GwG) und im Zivil­ge­setz­buch (ZGB) bedin­gen ergän­zen­de Aus­füh­run­gen und Anpas­sun­gen auf Ver­ord­nungs­stu­fe.

Die neu­en im GwG gere­gel­ten Sorg­falts- und Mel­de­pflich­ten für Händ­le­rin­nen und Händ­ler wer­den in der neu­en Geld­wä­sche­rei­ver­ord­nung (GwV) kon­kre­ti­siert. Sie fin­den Anwen­dung, wenn Händ­ler im Rah­men ihrer Tätig­keit Bar­geld von mehr als 100‘000 CHF ent­ge­gen­neh­men. Die bereits bestehen­de bun­des­rät­li­che «Ver­ord­nung über die berufs­mä­ssi­ge Aus­übung der Finanz­in­ter­me­dia­ti­on» (VBF) wird bei die­ser Gele­gen­heit in die GwV über­führt. Im Wei­te­ren wird die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung des Mel­de­sy­stems für Finanz­in­ter­me­diä­re mit einer Anpas­sung der «Ver­ord­nung über die Mel­de­stel­le für Geld­wä­sche­rei» umge­setzt. Schliess­lich hat das Par­la­ment auch eine ver­bes­ser­te Trans­pa­renz im Stif­tungs­recht beschlos­sen, indem neu auch kirch­li­che Stif­tun­gen ins Han­dels­re­gi­ster ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen. Die­se Pflicht wird für bereits bestehen­de kirch­li­che Stif­tun­gen in der Han­dels­re­gi­ster­ver­ord­nung kon­kre­ti­siert.

Die neu­en Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen wer­den gleich­zei­tig mit den ent­spre­chen­den Geset­zes­be­stim­mun­gen am 1. Janu­ar 2016 in Kraft tre­ten.

Der Erläu­te­rungs­be­richt zur Geld­wä­sche­rei­ver­ord­nung fin­det sich hier.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.