B. war Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer mit Ein­zel­un­ter­schrifts­be­rech­ti­gung der A. GmbH und deren ein­zi­ger Arbeit­neh­mer. In den Jah­ren 2009 bis 2012 bezog B. Jah­res­löh­ne von CHF 106’800 (2009), CHF 110’000 (2010 und 2011) sowie CHF 20’880 (2012, 20 %-Pen­sum). Im glei­chen Zeit­raum schüt­te­te die Gesell­schaft Brut­to­di­vi­den­den von je CHF 100’000 bzw. CHF 60’000 (2012) aus.

Die Revi­si­ons­stel­le der Aus­gleichs­kas­se führ­te eine Arbeit­ge­ber­kon­trol­le durch. Sie leg­te das bran­chen­üb­li­che Gehalt von B. auf CHF 180’000 fest, rech­ne­te ent­spre­chen­de Divi­den­den­be­trä­ge als Lohn auf und erhob mit­tels Nach­zah­lungs­ver­fü­gun­gen AHV/IV/EO-Beiträge. Das Ver­wal­tungs­ge­richt des Kan­tons Obwal­den wies die dage­gen gerich­te­te Beschwer­de ab. Das Bun­des­ge­richt wies die Beschwer­de eben­falls ab (Urteil 9C_327/2015 vom 3. Dezem­ber 2015).

Das Bun­des­ge­richt bestä­tig­te sei­ne Recht­spre­chung bezüg­lich der modi­fi­zier­ten “Nid­wald­ner Pra­xis”. Danach wer­den das dekla­rier­te AHV-Ein­kom­men und das bran­chen­üb­li­che Gehalt einer­seits zur Divi­den­den­zah­lung und dem effek­ti­ven wirt­schaft­li­chen Wert der Akti­en ande­rer­seits in Bezie­hung gesetzt. Auf­grund die­ser Bezie­hung wird bestimmt, ob ein Teil der aus­ge­schüt­te­ten Divi­den­de als mass­ge­ben­des AHV-Ein­kom­men auf­zu­rech­nen und dar­auf Bei­trä­ge zu erhe­ben sind (E. 2.2.2).

Das Bun­des­ge­richt schütz­te das Vor­ge­hen der Vor­in­stanz. Die­se ging von einem offen­sicht­li­chen Miss­ver­hält­nis zwi­schen der Arbeits­lei­stung von B. und dem bezo­ge­nen Lohn aus. Den bran­chen­üb­li­chen Lohn bestimm­te das Ver­wal­tungs­ge­richt mit­tels des vom Bun­des­amt für Sta­ti­stik erar­bei­te­ten Lohn­rech­ners “Sala­ri­um (E. 3.1, 3.2.1 und 3.2.2).

Die dage­gen vor­ge­brach­te Rüge, der anhand von sta­ti­sti­schen Durch­schnitts­wer­ten ermit­tel­te Jah­res­lohn von CHF 180’000 sei unan­ge­mes­sen hoch, da er in kei­ner Wei­se den kon­kret gelei­ste­ten Arbei­ten gemäss den Auf­trags­be­schrei­bun­gen berück­sich­ti­ge, erach­te­te das Bun­des­ge­richt als unbe­grün­det (E. 3.2.1).

Roland Bachmann

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Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).