Nach­dem der Ent­wurf des Bun­des­ge­set­zes über den inter­na­tio­na­len auto­ma­ti­schen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­sa­chen (AIA-Gesetz) vom Natio­nal­rat bereits in der Herbst­ses­si­on ange­nom­men wor­den war, hat der Stän­de­rat als Zweit­rat den recht­li­chen Grund­la­gen zum AIA gestern mit mini­ma­len Anpas­sun­gen zuge­stimmt.

Chan­cen­los war im Stän­de­rat dage­gen die Steu­er­am­ne­stie, wel­che der Natio­nal­rat auf Antrag von Fabio Regaz­zi (CVP/TI; betr. Art. 40 E-AIAG zur Ände­rung von Art. 205 d DBG) anläss­lich der Bera­tung vom 16. Sept. 2015 über­ra­schend in die Vor­la­ge ein­ge­baut hat­te. Die klei­ne Kam­mer sprach sich gestern deut­lich mit 37 zu 7 Stim­men dage­gen aus. Der Natio­nal­rat hat­te mit die­ser Amne­stie den Anreiz zur Selbst­an­zei­ge für eine befri­ste­te Dau­er von 2 Jah­ren erhö­hen wol­len. Nach­steu­ern hät­ten wäh­rend jener Zeit nur für fünf anstatt 10 Jah­re bezahlt wer­den müs­sen.

Kon­tro­vers wur­den die Straf­be­stim­mun­gen des AIA-Geset­zes dis­ku­tiert:

“Der Stän­de­rat folg­te am Ende dem Natio­nal­rat: Nur wer einer Bank vor­sätz­lich fal­sche Aus­künf­te erteilt, soll bestraft wer­den. Der Bun­des­rat hat­te auch fahr­läs­si­ge Selbst­aus­künf­te bestra­fen wol­len. Bank­mit­ar­bei­ten­de sol­len nach dem Wil­len des Par­la­ments eben­falls nur bestraft wer­den kön­nen, wenn sie vor­sätz­lich Mel­de- und Sorg­falts­pflich­ten ver­let­zen.” (aus der Medi­en­mit­tei­lung)

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.