Im Anschluss an die Revi­si­on des Lebens­mit­tel­rechts — die Tabak­pro­duk­te vom Gel­tungs­be­reich des Lebens­mit­tel­ge­set­zes aus­nimmt – hat der Bun­des­rat das neue TabPG (Ent­wurf) aus­ge­ar­bei­tet, das die
Anfor­de­run­gen an Tabak­pro­duk­te regelt mit dem Ziel, den Kon­sum die­ser Pro­duk­te zu sen­ken und die schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen zu beschrän­ken.

Der
Geset­zes­ent­wurf ori­en­tiert sich der Bot­schaft zufol­ge an der heu­ti­gen Rege­lung zu den Tabak­pro­duk­ten, führt aber eini­ge Neue­run­gen und Ände­run­gen ein, die v.a. die
Rege­lung der E-Ziga­ret­ten regelt und Wer­bung, Ver­kaufs­för­de­rung und Spon­so­ring beschränkt. Laut der Bot­schaft ent­hält das Gesetz v.a. Ände­run­gen:

  • Eine Aus­wei­tung des Gel­tungs­be­reichs des Geset­zes: Neu fal­len niko­t­in­hal­ti­ge E-Ziga­ret­ten und ähn­li­che Pro­duk­te unter das Tabak­pro­duk­te­ge­setz. Sie sind Tabak­pro­duk­ten gleich­ge­stellt und im Gesetz ähn­lich wie die ande­ren
    Tabak­pro­duk­te gere­gelt. Wei­ter soll der Bun­des­rat gewis­se Bestim­mun­gen des neu­en Geset­zes auf nicht niko­t­in­hal­ti­ge E-Ziga­ret­ten anwen­den kön­nen, wenn es der Gesund­heits­schutz erfor­dert.
  • Ein­schrän­kun­gen der Wer­bung, der Ver­kaufs­för­de­rung und des Spon­so­rings
    im Zusam­men­hang mit Tabak­pro­duk­ten
    : Die Bestim­mun­gen nähern sich
    dem Schutz­ni­veau an, das auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gilt, und über­neh­men
    gewis­se kan­to­na­le Ein­schrän­kun­gen. Ausser­dem berück­sich­ti­gen sie die der­zei­ti­gen Wer­be­me­di­en und
    -trä­ger.
  • Ein Ver­bot der Abga­be an Min­der­jäh­ri­ge: Für die gan­ze Schweiz wird
    eine
    ein­heit­li­che Alters­gren­ze fest­ge­legt. Die­se Mass­nah­me ent­spricht dem
    Stan­dard auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne und in den Nach­bar­län­dern. Zusätz­lich
    wird die gesetz­li­che Grund­la­ge für die Durch­füh­rung von Test­käu­fen
    geschaf­fen
    , um die Ein­hal­tung der Alters­be­schrän­kung für die Abga­be von
    Tabak­pro­duk­ten zu über­prü­fen.

Zudem wer­den fol­gen­de Aspek­te des gel­ten­den Rechts geän­dert:

  • Es wird nur das Bereit­stel­len auf dem Markt regle­men­tiert (ein­schliess­lich der Ein­fuhr).
  • Die Posi­tiv­li­ste für Zusatz­stof­fe und das Bewil­li­gungs­sy­stem für die ande­ren Stof­fe wer­den auf­ge­ho­ben. Der Bun­des­rat kann jedoch künf­tig die Höchst­men­ge der Zuta­ten fest­le­gen oder bestimm­te Zuta­ten ver­bie­ten.
  • Das Ein­spra­che­ver­fah­ren, das im der­zei­ti­gen Voll­zugs­sy­stem vor­ge­se­hen ist, wird zugun­sten des ordent­li­chen Beschwer­de­ver­fah­rens auf­ge­ho­ben.
  • Der Kon­sum von E-Ziga­ret­ten wird künf­tig in geschlos­se­nen öffent­li­chen Räu­men nicht mehr erlaubt sein.
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.